Häufige Fragen nach einem positiven Schwangerschaftstest

Voller Vorfreude darauf gewartet und plötzlich ist er da, der positive Schwangerschaftstest. – Herzlichen Glückwunsch! – Doch mit der Freude über das Testergebnis, kommen schnell auch die ersten Fragen, über den weiteren Schwangerschaftsverlauf auf. Besonders Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, fühlen sich anfangs recht unsicher, wie es nun weitergehen soll.
Wir haben die am häufigsten, nach einem positiven Schwangerschaftstest aufkommenden Fragen, herausgesucht und mitsamt der Antworten, in Form dieses kleinen Schwangerschaftswegweisers zusammengetragen.

Frau hält positiven Schwangerschaftstest

Wie sicher ist das Ergebnis des Schwangerschaftstests?

Nach einem positiven Schwangerschaftstest fragen sich viele Frauen, wie sicher eigentlich das Ergebnis und ob man wirklich schwanger ist. Nicht selten wird daher zur Sicherheit auch noch ein zweiter Test gemacht. Doch dies ist in aller Regel nicht notwendig, denn das Testergebnis gilt bei korrekter Anwendung als äußerst sicher.

Sehr selten, aber durchaus möglich, kann ein positiver Schwangerschaftstest jedoch auch auf eine Tumorerkrankung hindeuten, die den Spiegel des gemessenen Schwangerschaftshormons hCG erhöht. Und auch eine Blasenmole kann eine Schwangerschaft vortäuschen. Der Frauenarzt kann Gewissheit geben.

In welcher Schwangerschaftswoche bin ich?

Wenn der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis anzeigt, ist eine der ersten Fragen, die sich viele Schwangere stellen, wie weit die Schwangerschaft bereits vorangeschritten ist.

Das Berechnen der aktuellen Schwangerschaftswoche ist nicht sonderlich schwer, denn der Tag der letzten Periode gilt als Beginn der Schwangerschaft. Die Differenz in Wochen zu heute, ergibt folglich die aktuelle SSW.

Natürlich kann die Schwangerschaftswoche auch über einen SSW Rechner berechnet werden. Dieser verrät auch gleichzeitig, wann das Kind geplant zur Welt kommen wird.

Wann kommt mein Baby zur Welt?

Vorweg ist wichtig zu wissen, dass sich der Geburtstermin nur voraussichtlich vorhersagen lässt. Tatsächlich pünktlich zur Welt kommen aber überhaupt nur 5 Prozent aller Kinder. Die einen kommen frühen, die andern halt später.

Die Berechnung des voraussichtlichen Geburtsdatums erfolgt nach der Naegele-Regel:

Geburtstermin = erster Tag der letzten Periode + 1 Jahr - 3 Monate + 7 Tage

Dabei wird von einer durchschnittlichen Zykluslänge von 28 Tage ausgegangen. Ist der Zyklus kürzer, verschiebt sich der voraussichtliche Geburtstermin um die Differenz nach vorne. Bei einem längeren entsprechend nach hinten.

Die folgende Formel berücksichtigt den persönlichen Zyklus:

Geburtstermin = erster Tag der letzten Periode + 1 Jahr - 3 Monate - 21 Tage + Zykluslänge

Frauen die einen unregelmäßigen Zyklus haben, sollten den voraussichtlichen Geburtstermin mit dem Durchschnitt der letzten Monate berechnen.

Als Alternative zum selber rechnen, bietet sich natürlich der Geburtsterminrechner an. Dieser errechnet anhand dem Tag der letzten Periode und der Zykluslänge völlig automatisch den voraussichtlichen Entbindungstermin.

Wann soll ich einen Termin beim Frauenarzt machen?

Natürlich ist es ratsam, zeitnah nach einem positiven Schwangerschaftstest, einen Termin beim Frauenarzt zu machen. Sofern keine akuten Beschwerden vorliegen, muss natürlich nicht direkt zum Hörer gegriffen werden. Dies die kommenden Tage zu machen, ist in aller Regel völlig ausreichend.

Der Termin für die Erstuntersuchung sollte zwischen der fünften und achten Schwangerschaftswoche liegen. Daran orientiert sich auch die Sprechstundenhilfe bei der Terminfindung. Wurde die Schwangerschaft erst später festgestellt, ist das natürlich kein Grund zur Besorgnis. Viele Frauen merken erst später, dass sie schwanger sind.

Bei der Erstuntersuchung berät der Frauenarzt über die vorstehende Schwangerschaftszeit und händigt der werdenden Mutter bei bestätigter Schwangerschaft auch ihren Mutterpass aus. Dieser sollte bis zur Geburt stets bei sich geführt werden und wird auch bei eventuell späteren Schwangerschaften weitergeführt. Mit einer schönen Mutterpassschutzhülle lässt sich das trostlos wirkende Dokument nicht nur schützen, sondern auch etwas fröhlicher gestalten.

Ab wann sollte ich mir eine Hebamme suchen?

In Deutschland hat jede Frau während der Schwangerschaft Anrecht auf die Betreuung durch eine Hebamme. Anders als in anderen Ländern, auch parallel zur ärztlichen Vorsorge. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Da sie längst schon nicht mehr nur für die Betreuung während und nach der Geburt zuständig sind, sondern bereits in der Frühschwangerschaft mit Rat und Tat bei Fragen und typischen Schwangerschaftsbeschwerden zur Seite stehen können, ist es sicherlich nicht verkehrt, frühzeitig mit der Suche nach einer Hebamme zu beginnen.

Auf Nachfrage geben viele Frauenärzte, Krankenhäuser bzw. Geburtskliniken, Krankenkassen und auch Gesundheitsämter Listen mit Kontaktdaten zu Hebammen heraus. Außerdem kann im Internet über die Hebammensuche des Deutschen Hebammen Verbandes nach Familienhebammen in der Nähe gesucht werden.
Der empfohlene Weg ist jedoch, sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach einer Hebamme umzuhören. Eine persönliche Empfehlung stärkt schließlich meist das Vertrauen. Darauf sollte es auch nicht zuletzt bei der Hebammenwahl ankommen, schließlich wird sie auch Ansprechpartner bei intimen Fragen rund um die Schwangerschaft, die insbesondere Erstgebärende zu genüge haben.

Darf ich in der Schwangerschaft Medikamente nehmen?

Medikamente sind in der Schwangerschaft und auch noch während der Stillzeit ein sehr heikles Thema. Vor der Einnahme sollte immer mit einem Arzt Rücksprache gehalten und ggf. diese gegen Schwangerschaftsverträgliche Tabletten ausgetauscht werden. Häufig warnt auch schon die Packungsbeilage vor der Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft.

Zur Linderung typischer Schwangerschaftsbeschwerden und kleinerer Wehwehchen kann unter Umständen auch die Hebamme mit alternativen Tipps und Hausmitteln weiterhelfen. Ebenfalls bieten viele Hebammen auch Schwangerschaftsakupunkturen an.

Kann ich trotz Schwangerschaft meine Periode bekommen?

Eine Regelblutung während der Schwangerschaft ist grundsätzlich nicht möglich. Oftmals wird jedoch die in der Frühschwangerschaft typische Einnistungsblutung mit der Periode verwechselt. Zu dieser kommt es etwa sechs bis zehn Tage nach dem Eisprung. Sie wird jedoch nur von etwa jeden dritten Schwangeren überhaupt wahrgenommen.

Muss ich meinen Arbeitgeber sofort über die Schwangerschaft informieren?

Wann eine Schwangere den Arbeitgeber über ihre bestehende Schwangerschaft informiert, bleibt ihr selbst überlassen. Selbst auf Nachfrage während eines Bewerbungsgespräches muss darauf keine Antwort bzw. sogar eine unwahre gegeben werden.
Viele Schwangere warten das Ende der Frühschwangerschaft erst einmal ab, ehe sie ihren Arbeitgeber informieren. Dies liegt daran, da die ersten zwölf Schwangerschaftswochen als die risikoreichsten gelten.

In bestimmten Berufen ist es aber durchaus sinnvoll den Arbeitgeber über die Schwangerschaft zu informieren, nachdem der positive Schwangerschaftstest durch eine Untersuchung beim Frauenarzt bestätigt wurde. Erst bei offizieller Bekanntgabe greift auch das Mutterschutzgesetz im Beruf. Damit der Chef sich nicht auf den Schlips getreten fühlt, sollte er vor den Arbeitskollegen eingeweiht werden.

Worauf muss ich bei der Ernährung achten?

Die Ernährung während der Schwangerschaft, aber auch in der Stillzeit danach, sollte ausgewogen und nährstoffreich sein. Rohes Obst und Gemüse sollte vor dem Verzehr gründlich gewaschen und Fisch und Fleisch gut durchgebraten bzw. durchgegart werden. Auf bestimmte Lebensmittel, wie frische Wurstaufstriche und Alkohol, ist während der Schwangerschaftszeit grundsätzlich zu verzichten.

Auch wenn es gerne heißt, dass Schwangere für zwei essen, bedeutet dies nicht gleich auch die doppelte Portion. Zum Schwangerschaftsende liegt der Mehrbedarf bei grade einmal 200 bis 250 Kilokalorien mehr als üblich. Viel mehr sollte daran gedacht werden, dass bei ungesunder Ernährung in den neun Schwangerschaftsmonaten nicht nur dem eigenen Körper geschadet wird.

Muss ich irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Natürlich geht nichts über eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die den weiblichen Körper und das Kind mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen während der Schwangerschaft versorgt. Doch nicht immer ist dies rein über die Nahrungsaufnahme möglich, sodass der Defizit über Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden muss.

Besonders in der Frühschwangerschaft, aber bestenfalls auch schon über Wochen vor einem positiven Schwangerschaftstest, ist Folsäure besonders wichtig für die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes. Der Folsäurebedarf in der Schwangerschaft lässt sich jedoch nur selten über die gewohnte Ernährung aufnehmen, sodass beinahe schon vorsorglich jeder Schwangeren Folsäure-Tabletten verschrieben werden.
Auch der Bedarf an Jod wird bei schwangeren Frauen nicht immer durch die Nahrung alleine gedeckt, was die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels sinnvoll machen kann.
Der Vitaminbedarf, sowie an Eisen und Magnesium sollte sich in aller Regel jedoch gut über eine gesunde Ernährung decken lassen. Gesonderte Präparate sind nur selten notwendig.

Wichtig ist es, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, Rücksprache mit dem Frauenarzt zu halten, um abzuklären welche überhaupt notwendig sind.

Darf ich Sport während der Schwangerschaft treiben?

Sport ist Mord, heißt es doch so schön, doch während der Schwangerschaft gibt es kaum etwas besseres, was die Schwangere ihrem Körper geben kann. Natürlich sollte ein schwangerschaftsfreundlicher Sport gewählt und es nicht übertrieben werden. Auch Risikoschwangere sollten sich zuvor das Okay ihres Frauenarztes holen, wozu auch allgemein geraten wird.

Sport in der Schwangerschaft kann typische Schwangerschaftsbeschwerden lindern oder sogar gänzlich vorbeugen. So leiden Schwangere, die sich regelmäßig sportlich betätigen weniger unter Rückenschmerzen und zeigen auch seltener die schwangerschaftsbedingten Müdigkeitserscheinungen. Auch die Haut kann einem unter Umständen danken, stärk Sport das Bindegewebe und macht sie dadurch weniger anfällig für Dehnungsstreifen.

Ist ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll?

Schwangeren wird grundsätzlich zu einem Geburtsvorbereitungskurs geraten. Insbesondere dann, wenn das erste Kind erwartet wird. Sofern der Schwangerschaftsvorbereitungskurs von einer Hebamme geleitet wird, erklären sich die Krankenkassen zur Kostenübernahme bereit. Der Partner muss seinen Anteil in den meisten Fällen jedoch selbst tragen. Vereinzelnd übernehmen die gesetzlichen Kassen aber mittlerweile auch diesen, sodass sich Nachfragen unter Umständen lohnen kann.

Einen wirklichen Sinn machen Geburtsvorbereitungskurse zwar erst ab etwa zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche, jedoch ist es ratsam, sich frühzeitig um die Anmeldung zu kümmern. Geburtsvorbereitende Kurse sind äußerst beliebt und entsprechend aufgrund der hohen Nachfrage auch häufig schnell ausgebucht.
Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte sich zwar nicht unbedingt nach dem positiven Schwangerschaftstest schon, aber nach der Frühschwangerschaft (ab etwa der zwölften Woche) darum gekümmert werden. Bis spätestens zur 20. SSW. sollte die Anmeldung für einen Vorbereitungskurs vorliegen. Danach könnte es zu eng werden.

Darf ich Sex in der Schwangerschaft haben?

Sehr viele werdende Eltern machen sich sorgen, dass Sex während der Schwangerschaftszeit ihrem Kind schaden könnte. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft ist diese Besorgnis jedoch in aller Regel unbegründet. Grundsätzlich ist Geschlechtsverkehr erlaubt, solang wie die Fruchtblase, in der das Baby schützend liegt, noch nicht geplatzt ist.

Vielen Schwangeren ist die körperliche Belastung zum Schwangerschaftsende jedoch zu groß, als dass sie so kurz vor der Geburt noch Lust auf Beischlaf haben. Und das ist auch okay so, schließlich ist die Grundvoraussetzung für Sex in der Schwangerschaft, dass ihr oder besser gesagt beiden Geschlechtspartnern auch wirklich einvernehmlich danach ist.

Vorsichtig sollten jedoch Schwangere sein, die zu Zervixinsuffizienz oder zu Blutungen neigen und daher vorher ihren Frauenarzt um fachlichen Rat fragen. Aber auch bei einer tief liegenden Plazenta oder generell einer bestehenden Risikoschwangerschaft ist Rücksprache mit diesem zu halten.

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