Schwanger trotz Pille – Wenn die Antibabypille versagt

Die Antibabypille gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt. Dennoch bietet auch sie keinen hundertprozentigen Schutz, sodass Frauen schwanger trotz Pille werden können. Leider sind sich dem nur die wenigsten bewusst, weshalb eine Schwangerschaft meist erst unbemerkt bleibt. Auch erste Anzeichen und Symptome, nachdem die Verhütungspille versagt hat, werden nicht unbedingt sofort als solche gedeutet, da die Wahrscheinlichkeit schließlich äußerst gering ist.

Pille mit hohem aber nicht hundertprozentigen Schutz

Warum Frauen schwanger trotz Pille werden:

Eine Schwangerschaft trotz Pille kann verschiedene Gründe haben. Meist führt die Ursache auf einen Einnahmefehler zurück. So wird zum Beispiel gerne, und das gleich mehrfach während eines Zyklus, die Pilleneinnahme vergessen.

Weiterhin kann die Einnahme bestimmter Medikamente zu Wechselwirkungen führen, die den Verhütungsschutz herabsetzen oder gar gänzlich aufheben. Dabei spielt nicht unbedingt eine Rolle, ob es sich um eine rezeptpflichtiges oder freiverkäufliches Arzneimittel handelt.
Vor jeglicher Medikamenteneinnahme ist grundsätzlich die Packungsbeilage auf eventuelle Wechselwirkungen mit der Pille zu prüfen. Auch Arzt und Apotheker sollten bei einer neuen Medikation auf die Pilleneinnahme hingewiesen werden.
Zu den bekannten Arzneien, die sich nicht unbedingt mit der Antibabypille vertragen, zählen unter anderem:

  • Antibiotika
  • Antiepileptika
  • Antipilzmittel
  • Antihistaminika
  • Krebsmedikamente
  • Malariamittel
  • Chemotherapeutika
  • Johanniskraut-Dragees

Aber auch Erkrankungen, die eine Auswirkung auf Stoffwechsel haben, können die Zuverlässigkeit der Verhütungspille negativ beeinträchtigen:

  • Margen- und Darmentzündungen
  • Durchfall und Erbrechen
  • Morbus Crohn
  • Mukoviszidose
  • starkes Untergewicht
  • einseitige Ernährung

Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft trotz Anti-Baby-Pille

So sicher der Verhütungsschutz der Anti-Baby-Pille auch sein mag, er liegt mit 99,1 bis 99,9 nur nahe der vollen 100 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit trotz Einnahme der Pille schwanger zu werden, liegt damit statistisch bei etwa 1 bis 9 von 1.000 Schwangerschaften.

Frauen die mit einem Ovulationshemmer wie der Antibabypille (auch Minipille) verhüten, sollten sich dieser unwahrscheinlichen, aber doch gegebenen Möglichkeit einer Befruchtung, bewusst sein. Machen sich erste Anzeichen bemerkbar, dass die Pille versagt hat und wird eine Schwangerschaft vermutet, so kann ein Schwangerschaftstest für Gewissheit sorgen. Da es möglich ist, trotz Babypille und negativem Test schwanger zu sein, empfiehlt sich bei erhärtetem Verdacht natürlich der Gang zum Frauenarzt.

Sicherere Verhütungsmethoden?

Mit Abstand gilt die Antibabypille als das am sichersten vor einer Schwangerschaft schützende Verhütungsmittel. Dies ist anhand des sogenannten Pearl-Index, ein Maß für die Wirksamkeit von Methoden zur Empfängnisverhütung, zu belegen.

Der Pearl-Index entspricht der Prozentanzahl an Schwangerschaften, zu denen es trotz der Verwendung einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres kommt. Er setzt natürlich voraus, dass eine Frau normal sexuell aktiv ist. Je niedriger der Index-Wert ausfällt, desto sicherer gilt die Methode. Dabei werden auch Anwendungsfehler mit berücksichtigt.

Verhütungsmethodemin. Pearl-Indexmax. Pearl-Index
Antibabypille0,10,9
Basaltemperaturmethode320
Billings-Methode535
Chemische Verhütungsmittel321
Coitus interruptus430
Depotspritze0,30,88
Diaphragma120
Hormonimplantat00,08
Hormonpflaster0,720,9
Hormonspirale0,160,16
Kondom212
Kondom für die Frau525
Kupferspirale0,30,8
Mini-Pille0,53
Sterilisation der Frau0,20,3
Sterilisation beim Mann0,10,1
Verhütungsring0,40,65

Zuverlässiger als die Pille

Anhand der Tabelle ist die hohe Zuverlässigkeit der Pille (nicht Mini-Pille) gut zu erkennen. Ausgehend vom Durchschnitt (minimaler und maximaler Pearl-Index), gibt es nur wenige sicherere Verhütungsmethoden:

  1. Hormonimplantat
  2. Sterilisation beim Mann
  3. Hormonspirale
  4. Sterilisation der Frau

Verhütungsmittel mit der Antibabypille kombinieren

Natürlich lassen sich auch einzelne Methoden zur Verhütung mit der Pille kombinieren, sodass der Schutz erhöht wird. Dabei ist es jedoch wichtig zu wissen, dass sich manche in ihrer Wirkung gegenseitig auch aufheben können! Ein anderes Hormonpräparat oder chemisches Verhütungsmittel parallel zu nutzen, sollte daher vorher zwingend mit dem Frauenarzt besprochen werden!

Häufig wird neben der Anti-Baby-Pille auch gleichzeitig mit einem Präservativ verhütet. Der kombinierte Pearl-Index beträgt 0,002 bis 0,108. Wird das Verhüterli zu 100 Prozent korrekt angewendet, so fällt sein Index auf 0,6 und damit in Kombination auf nur noch 0,0006. Schwanger trotz Pille und Kondom zu werden, ist damit umso unwahrscheinlicher, aber auch weiterhin möglich.

Verhütungssicherer wäre es nur noch, wenn der Mann sterilisiert ist und dennoch ein Kondom benutzt. Dabei beträgt der kombinierte Pearl-Index zwar ebenfalls bei 0,002 (bzw. 0,0006), jedoch dies als Ober- und Untergrenze.

Anzeichen einer Schwangerschaft trotz Pille

Die Anzeichen einer Schwangerschaft trotz Pille gleichen der einer ohne Verhütungsversagen. Typische Merkmale dabei sind:

Natürlich tritt nicht jedes der typischen Schwangerschaftsanzeichen bei jeder schwangeren Frau auf. Vereinzelt werden auch einzelne Anzeichen nicht als solche gewertet und so zum Beispiel die Einnistungsblutung mit der Periode verwechselt.

Da die Symptome auch anderen Ursprungs sein können, lässt sich nur mit einem Schwangerschaftstest für mehr Gewissheit sorgen. Besser ist es natürlich, sich bei Schwangerschaftsverdacht direkt an den Frauenarzt zu wenden, kann nur dieser eine Frühschwangerschaft zweifelsfrei feststellen.

Möglichkeiten wenn die Anti-Baby-Pille versagt hat

Frauen, die ungewollt schwanger sind, weil die Anti-Baby-Pille versagt hat, sind im ersten Moment meist sehr überfordert mit der Situation. Wohlmöglich bestand nie ein Kinderwunsch und erst recht war er so früh nicht geplant. Die Pille danach ist zu diesem Zeitpunkt natürlich keine Option mehr. Nichts desto trotz ist sich nun mit dem Umstand auseinander zu setzen.

Das Baby austragen oder nicht? Behalten und großziehen oder zur Adoption freigeben? Über die Möglichkeiten ist mit dem Kindesvater gemeinsam zu sprechen. Auch der Frauenarzt und spezielle Beratungsstellen sind geeignete Ansprechpartner bei einer ungewollten Schwangerschaft trotz Pille.
Die Entscheidung sollte gut bedacht werden, dies aber auch unabhängig von den finanziellen Sorgen ein Kind großzuziehen zu können.

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