Eigenständiges Sitzen – Ab wann können Babys alleine sitzen?

Während des ersten Lebensjahres schreitet die Kindesentwicklung sehr schnell voran: Lächeln, Greifen, Krabbeln, Laufen. Dazwischen natürlich auch mit dem eigenständigen Sitzen ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung.
Doch ab wann können Babys sitzen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass ein Baby alleine sitzen kann? Und sollte bei einem Sitzverweigerer nachgeholfen werden oder besteht gar Grund zur Sorge?

Baby sitzt alleine mit seiner Mama im Gras

Die Entwicklung zum eigenständigen Sitzen

Babys kommen nicht sitzend zur Welt. Die Rücken- und Nackenmuskulatur ist schließlich noch nicht ausgebildet und muss dazu erst trainiert werden. Bis dahin ist es jedoch noch ein sehr langer Weg. Nicht zuletzt, weil zunächst andere wichtige Dinge anstehen, die erlernt werden wollen.

Mit dem Training der Nacken- und Rückenmuskulatur beginnt der Nachwuchs meist erst im vierten Monat. Dabei versucht er seinen Oberkörper aus der Bauchlage heraus hochzudrücken. Dies wirkt wie Mini-Liegestützen, ist aber der Grundstein zum späteren Sitzen.

Etwa mit einem halben Lebensjahr ist die Muskulatur soweit ausgeprägt, dass das Baby für einen kurzen Moment alleine sitzen kann. Dabei sollten die Eltern jedoch keinesfalls von der Seite weichen, um schmerzhaftes Umfallen zu verhindern. Hilfreich kann aber auch ein um das Kind herumgelegtes Stillkissen sein, welches es weich auffängt.

Auch ein einem die Mutter- und Vatergefühle bei diesem Meilenstein überkommen mögen, ist von einer ständigen Wiederholung abzuraten. Für eine gesunde Rückenentwicklung sollte der Nachwuchs nicht immer wieder neu hingesetzt werden. Stattdessen ist abzuwarten, bis das Baby sich von selbst in die Sitzposition bringt. Bis dahin ist es auch gar nicht mehr so weit. Für gewöhnlich dauert es noch ein bis zwei Monate, bis es das auch alleine schafft.

Eine pauschale Antwort auf die Frage, ab wann ein Baby sitzen kann, mag es zwar nicht geben, jedoch gelingt es rund 90 Prozent bis zum 8. Lebensmonat. Doch sowohl danach, wie auch schon zuvor, steht die Entwicklung natürlich nicht stehen. So folgen die ersten Schritte, Worte und irgendwann auch Laufrad- bzw. Radfahren.

Sitzverbot?

Ist aber nun jegliches Sitzen verboten, ehe der Nachwuchs noch nicht allein dazu in der Lage ist? Nein, solang nicht übertrieben wird! So kann das Baby beispielsweise auch mal beim Füttern auf den Schoß genommen werden. Die Zeit ist jedoch auf maximal zehn Minuten zu begrenzen. Und auch sollte es bei ein paar Mal bleiben, statt dass sich mehr oder weniger ein Dauerzustand daraus entwickelt. Wichtig ist, dem Kind jederzeit ausreichend Halt zu bieten. Dies heißt es gut abzustützen, dass es nicht durchhängt. Idealerweise in Schräglage.

Zu frühes und häufiges Sitzen kann zu späteren Haltungsschäden führen. Ebenso aber auch zu Problemen in der Motorik. So wurde nachgewiesen, dass Babys gerne die Krabbelphase überspringen, wenn sie zu früh und oft hingesetzt wurden, obwohl sie selbst dazu noch nicht in der Lage waren. Krabbeln ist jedoch zum Trainieren der Über-Kreuz-Bewegungen äußerst wichtig.

Sitzverweigerer

Durchschnittlich können neun von zehn Babys im Alter von acht Monaten schon recht sicher sitzen. Zählt der eigene Nachwuchs nicht dazu, muss dies kein Grund zur Besorgnis sein. Jedes Kind ist schließlich individuell in seiner Entwicklung. Möglicherweise findet es grade andere Dinge einfach viel spannender, als sich aufrecht hinzusetzen.
Es ist vergleichbar mit dem Laufenlernen, aufs Töpfchen gehen oder Windelfrei werden. Auch da gibt es die sogenannten Früh- und Spätstarter. Eine gewisse Mehrzeit ist dem Nachwuchs einfach einzuräumen, denn in der Summe wird es sich letztendlich wieder grob ausgleichen.

Wichtig jedoch ist, dies beim Kinderarztbesuch zu erwähnen. Spätestens aber zur nächsten U-Un­ter­su­chung (voraussichtlich: U6). Je nachdem, wie seine Einsätzung ausfällt, kann eine spezielle physio­thera­peutische Kranken­gymnastik verschrieben werden. Diese soll dem Baby bei der Entwicklung seiner Be­we­gungs­abläufe unterstützen. Häufig aber ist auch sein Rat, dem Kind einfach die Zeit zu geben, die es benötigt.

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