Abstillen – Zeitpunkt & Möglichkeiten die Stillzeit zu beenden

Für Mutter und Kind ist Abstillen ein sensibles Thema, welches häufig mit recht widerstreitenden Emotionen verbunden ist. Dies ist auch verständlich, schließlich erfahren beide während des Stillens eine äußerst intime und wunderschöne Bindung.
Doch welche Gründe sprechen überhaupt dafür abzustillen? Wann ist der richtige Zeitpunkt zum beenden der Stillzeit gekommen? Und wie funktioniert die sanfte Entwöhnung von der Brust?

Frau entwöhnt ihr Baby langsam von der Brust und stillt es langsam ab

Wann abstillen? – Der richtige Zeitpunkt um die Stillzeit zu beenden

Vorweg: Den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen gibt nicht! Grundsätzlich ist es eine Frage des Gemüts von Mutter und Baby, wann die Stillzeit ein Ende finden soll. Dies gilt auch über die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (kurz: WHO) hinaus, Säuglinge über mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen.

Manche Kinder verlieren früher, andere später das Interesse an der Brust der Mutter. Dies kann sich auch durchaus über das erste Lebensjahr hinausziehen. Zwar gilt Langzeitstillen in Deutschland als eher ungewöhnlich, jedoch besteht für die stillende Mutter keinerlei Grund sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Ganz im Gegenteil sogar, erkranken länger als einhalbes Jahr gestillte Kinder später seltener an Diabetes oder Mittelohrentzündungen. Und auch für die stillende Mutter sinkt nachweislich das Risiko an Brust- und Eierstockkrebs sowie Osteoporose zu erkranken.

Abstill-Möglichkeiten

Vielen Müttern fällt der Abschied vom Stillen ihres Kindes nicht unbedingt immer leicht. Nicht selten fließen bereits bei dem Gedanken daran, auch mal ein paar Tränen. Das ist normal und keineswegs merkwürdig!

Doch irgendwann ist dieser Schritt einfach notwendig. Zum Abstillen gibt es in der Regel drei Möglichkeiten. Diese lassen sich jedoch nicht immer frei aussuchen.

Natürliches Abstillen

Die einfachste Art abzustillen ist, wenn es auf natürlichem Weg geschieht und das Baby selbst die Brust ablehnt. Die Ablehnung geschieht meist jedoch nicht von jetzt auf gleich. Erst nach und nach verliert es immer mehr die Lust. Dies kann sich durchaus schonmal über mehrere Wochen hinziehen, ehe es die Brust vollständig verweigert.
Mit der sinkender Nachfrage, nimmt gleichzeitig auch die Milchproduktion allmählich immer mehr ab, bis sie schließlich gänzlich zum Stillstand kommt.

Lehnt der Nachwuchs die Brust ab, sollte dies – so schwer es möglicherweise auch fällt – akzeptiert werden. Die während des Stillens gewohnte Nähe, kann sich anderweitig (z. B. durch kuscheln) zurückgeholt werden.

Sollte das Baby jedoch schon vor Vollendung des vieren Lebensmonats die natürliche Nahrungsquelle verweigern, so sind die Gründe schnellstmöglich abzuklären. Geeignete Ansprechpartner sind die Hebamme, der Arzt oder eine Stillberatung. Möglicherweise liegen einfache Stillprobleme vor, die sich schnell wieder aus der Welt schaffen lassen.

Sanftes Abstillen

Beim sanften Abstillen bestimmt die Mutter das Ende der Stillzeit. Doch auch hier sollte nichts überstürzt werden. Vergleichbar mit dem natürlichen Abstillen, erstreckt sich auch der sanfte Weg über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen.

Zunächst sollte sollte eine Brustmahlzeit durch ein Fläschchen oder ggf. schon Babybrei ersetzt werden. Anschließend lässt sich die Mahlzeit bei Bedarf aber noch durch Muttermilch „auffüllen“.
Nach und nach ist eine Stillmahlzeit auf diese Weise zu ersetzen. Zwischen den einzelnen Etappen sollte jedoch stets mindestens eine Woche liegen, sodass sich das Kind, aber auch die Brust an die veränderte Situation gewöhnen können.
Auf das morgendliche und abendliche Stillen sollte jedoch erst zum Schluß hin verzichtet werden. Insbesondere letztere ist als Ausklang des Tages für das Baby emotional besonders wichtig.

Die Muttermilchproduktion nimmt beim sanften Abstillen natürlich ebenfalls allmählich ab. Überschüssige Muttermilch wird in der Regel vom Körper problemlos absorbiert.
Sollte es jedoch mal zu einem Milchstau kommen, sollte die Brust vorsichtig mit der Hand ausgestrichen werden. Auf den Einsatz einer Milchpumpe ist in dem Fall jedoch besser zu verzichten. Eine solche kann dazu führen, dass die Milchproduktion wieder gefördert wird, statt abzunehmen.

Schnelles Abstillen

Nicht immer ist es möglich, das Baby langsam von der Brust zu entwöhnen. Verschiedene Gründe können ein schnelles Abstillen notwendig machen. So kann zum Beispiel eine Krankheit dazu führen, dass abrupt abgestillt werden muss. Aber auch, wenn die Mutter von vornherein gar nicht stillen möchte, ist dieser Schritt erst einmal nötig.

Bevor aber von jetzt auf gleich abgestillt wird, sollte sich professionelle Hilfe geholt werden. Schnelles Abstillen kann schnell zu Milchstaus und Brustentzündungen führen, die sehr schmerzhaft sein können.

Aber auch für das Baby ist ein abruptes Abstillen, nachdem es bereits gestillt wurde, nicht einfach. Sowohl körperlich als auch seelisch, muss es die radikale Veränderung erst einmal bewältigen. Während dieser Zeit ist es auf die mütterliche Zuwendung umso stärker angewiesen, als eh schon.

Grundsätzlich ist ein übereiltes Abstillen aber zu vermeiden, sofern es keinen triftigen Grund dazu gibt.

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