Schwanger durch Lusttropfen

Als Lusttropfen (Präejakulat) wird die glasklare Flüssigkeit bezeichnet, die bei einer sexuellen Erregung, bereits vor dem eigentlichen Samenerguss aus dem Penis fließen kann. Mit Sperma mag der Sehnsuchtstropfen selbst zwar nur wenig gemein haben, jedoch ist trotz geringer Wahrscheinlichkeit nicht ausgeschlossen, dass auch er zur Schwangerschaft führt. Dabei kann gar schon ein Glückstropfen am Finger ausreichend sein, um schwanger zu werden oder Geschlechtskrankheiten zu übertragen.

Sperma im Lusttropfen

Schwanger vom Lusttropfen werden ist möglich!

Der Lusttropfen wird durch die Bulbourethraldrüse abgesondert. Diese wird auch als Cowperschen Drüse bezeichnet und mündet beidseitig in die Harn-Samen-Röhre. Die Hauptaufgabe des Vorergusses ist es, den Harn-Samen-Leiter vor dem eigentlichen Samenerguss zu reinigen, da u. a. eventuelle Harnrückstände das Sperma schädigen könnten. Gleichzeitig dient er als natürliches Gleitmittel und verhindert eine vorzeitige Verdickung des Ergusses.

Zwar produziert die Cowper-Drüse selbst kein Sperma, jedoch können im Lusttropfen dennoch Samenzellen enthalten sein und damit zur Schwangerschaft führen. Die bis zu zehn Millionen im Präejakulat enthaltenen Samen stammen dabei aus vorherigen oder Vorboten des Samenergusses.

Schwanger durch Lusttropfen am Finger

Auch wenn das Risiko geringer sein mag, bedarf es beim Bonjour-Tropfen der gleichen Vorsicht, wie bei konzentriertem Sperma. Es ist theoretisch also ebenso möglich, durch Lusttropfen am Finger schwanger zu werden, ohne dass das Glied direkt mit der Scheide in Verbindung gerät.
Zur Vorsicht sollten daher die mit dem Präejakulat in Kontakt gekommenen Hände zumindest mit einem Tuch gereinigt werden, ehe möglicherweise ein Finger in die Vagina eingeführt wird.

Aufgrund der Möglichkeit, vom Lusttropfen schwanger zu werden, empfehlen Kondomhersteller generell ein falsch herum überzogenes Kondom, durch ein neues zu ersetzen, statt es lediglich zu wenden.

Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft durch Vorerguss

Die Wahrscheinlichkeit durch einen Lusttropfen schwanger zu werden, ist zwar äußerst gering, aber nicht gänzlich auszuschließen. Eine genaue Statistik über Schwangerschaften, zu denen es aufgrund des Präejakulats gekommen ist, existiert leider nicht.
Ausgehend davon, dass es nicht zu ungeschützten Geschlechtsverkehr kommt – z. B. durch einen Bonjour-Tropfen am Finger – ist eine Schwangerschaft durch Lusttropfen unwahrscheinlicher, als bei Verhütung mit der Anti-Baby-Pille.
Wird der Geschlechtsakt jedoch ohne Schutz vollzogen, ist sich am Pearl-Index des Coitus interruptus zu orientieren. Dieser liegt bei 25 und entspricht der Anzahl an Schwangerschaften auf hundert gerechnet, wenn ein ganzes Jahr nach dieser Methode verhütet wird. Der Pearl-Index der Pille liegt dagegen bei unter 1.

Weitere Risiken des Präejakulats

Neben der Gefahr ungewollt schwanger zu werden, gehen ebenso andere Risiken vom Präejakulat aus. So ist die geringe Menge an Flüssigkeit ausreichend, um Geschlechtskrankheiten beim Sex zu übertragen. Möglich sind unter anderem:

  • Gonorrhoe (Tripper)
  • Chlamydien
  • Mykoplasmen
  • Pilzinfektionen
  • HIV (nach aktuellen Studien nicht ausgeschlossen)

Der bestmögliche Schutz beim Geschlechtsverkehr gegen Geschlechtskrankheiten ist es, ein Kondom zu benutzen. Dies ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn der Sexualpartner nicht ausreichend gekannt wird. Bei Auftreten von Beschwerden, die auf eine durch den Lusttropfen übertragene Krankheit hinweisen, sollte kurzfristig beim Frauenarzt vorgesprochen werden, um dies abzuklären.

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