Clomifen bei unerfülltem Kinderwunsch

Ein sehr häufiger Grund, warum es mit dem schwanger werden einfach nicht klappen mag, ist ein gestörter Hormonhaushalt: Der Eisprung findet während der Zyklen willkürlich oder manchmal auch gar nicht statt. Stell ein Frauenarzt die Hormonstörung fest, verschreibt er meist Clomifen, um den Haushalt wieder in den Griff zu bekommen.

Frau mit Kinderwunsch nimmt Clomifen-Tabletten ein

Wirkung von Clomifen

Clomifen ist eine Substanz aus der Gruppe der selektiven Es­tro­gen­re­zep­tor­mo­du­la­toren (kurz: SERM).

In seiner Wirkung täuscht das Hormonpräparat, den Gonadotropin erzeugenden Zellen in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), ein Sexualhormonmangel vor. Infolgedessen schütten diese vermehrt luteinisierende (LH) und follikelstimulierende Hormone (FSH) aus. Dies führt wiederum zur Anregung der Eierstockfunktion und verstärkt bzw. beschleunigt den Reifungsprozess der Eizellen.

Seine estrogenagonistischen oder -antagonistischen Wirkungen faltet Clomifen aber auch auf andere Organe der Frau (u. a. Gebärmutterhals und Gebärmutterschleimhaut) aus. So soll der Arzneistoff auch die Estrogensynthese direkt im Follikel stimulieren.

Clomifen-Behandlung

Da die Nebenwirkungen des Medikaments relativ gering sind, kommt es sehr häufig bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung bzw. dem Ausbleiben des Eisprungs zum Einsatz. Hierzu stellt der Frauenarzt ein Rezept aus. Die Clomifen Kosten übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse (im Zweifelsfall nachfragen). Lediglich die Rezeptkosten sind in der Apotheke selbst zu zahlen.
Die Einnahme erfolg oral in Tablettenform (keine Spritze) und beginnt zwischen dem dritten bis fünften Tag nach dem Einsetzen der Regelblutung. Die Clomifen-Tabletten (Dosierung: 25 bis 50 mg Wirkstoff) sind fortan für insgesamt fünf Tage hintereinander einzunehmen.

Bei Erfolg der Clomifen-Behandlung sollte etwa eine Woche nach Einnahme der letzen Dosis der Eisprung einsetzen. Der Zeitpunkt beläuft sich meist auf zwischen dem 12. und 14. Zyklustag. Zur Feststellung wird der Frauenarzt ab den zwölften Tag des Zyklus alle zwei Tage eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

Tritt der Eisprung jedoch nicht bis zum 20. Tag nach der Clomifen-Einnahme auf, wird die Behandlung zur nächsten Periode fortgesetzt. Unter Umständen wird diese auch vorab schon ausgelöst.

Die Fruchtbarkeitsbehandlung mit Clomifen erfolgt in der Regel über maximal sechs Zyklen. Während der Einnahme wird der Arzt außerdem regelmäßig eine Blutuntersuchung durchführen, um die Hormonkonzentration im Blut genau zu bestimmen. Sieht er Anlass die bisher erfolglose Behandlung vorher abzubrechen, ist dem natürlich Folge zu leisten. Clomifen sollte niemals auf eigene Faust, ohne ärztliche Begleitung eingenommen werden!

Ebenfalls ist mit Eintreten einer Schwangerschaft das Hormonpräparat umgehend abzusetzen! Risiken, die zu Krankheiten oder Schädigungen des Kindes führen, sind derweilen nicht bekannt. Dennoch erhöht Clomifen das Fehlgeburtsrisiko. Eine lückenhafte Schwangerschaftsvorsorge ist nach der Einnahme daher umso wichtiger.

Eine Alternative zu Clomifen ist übrigens die Behandlung mit Gonadotropinen.

Erfolgschancen durch Clomifen auf eine Schwangerschaft

Mit Clomifen lassen sich die Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft steigern. Zwar hängt diese auch von vielen weiteren Einflussfaktoren ab, jedoch kommt es bei etwa Dreiviertel aller Frauen während der sechs Behandlungszyklen zu einem Eisprung. Häufig sogar dauert es nur halb so lang.

Tatsächlich schwanger während der Clomifen-Behandlung werden jedoch nur etwa zehn bis zwanzig Prozent aller Frauen. Dies liegt mitunter aber auch an der allgemeinen Schwangerschaftswahrscheinlichkeit.
Natürlich trägt ebenfalls die Fruchtbarkeit des Mannes einen ebenso wichtigen Teil dazu bei, wie schnell es nach einer erfolgreichen Clomifen-Therapie, mit dem Kinderwunsch endlich klappen mag.

Mögliche Nebenwirkungen von Clomifen

Clomifen hat für eine Hormonbehandlung vergleichsweise wenige Nebenwirkungen. Völlig frei davon ist der Wirkstoff jedoch nicht. Mögliche Clomifen-Nebenwirkungen können sein:

  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafbeschwerden
  • Blähungen
  • Hitzewallungen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Hautausschläge
  • Nervosität

In der Regel verschwinden die Beschwerden binnen weniger Tage. Vorsichtshalber sollte mit dem behandelnden Frauenarzt abgeklärt werden, ob eine weitere Einnahme möglich ist. Meistens jedoch ist ein Absetzen von Clomifen aber nicht nötig.

Weitere Möglichkeiten zur Steigerung der Fruchtbarkeit

Neben der Clomifen-Behandlung, lässt sich natürlich auch gezielt die Fruchtbarkeit steigern. Frauen sollten daher bei einem Kinderwunsch auch:

Bleibt der Eisprung nach der Behandlung mit Clomifen über sechs Zyklen hinaus weiterhin aus oder der Kinderwunsch auch nach insgesamt einem Jahr noch unerfüllt, so sollte sich beim dem Frauenarzt über weitere Möglichkeiten erkundigt werden.

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