Erkältung in der Schwangerschaft

Ob im Herbst oder Winter, zumindest einmal im Jahr trifft sie beinahe jedem: die Erkältung! Auch in der Schwangerschaft bleibt dies nicht immer aus. Aber wie gefährlich sind eigentlich Husten, Schnupfen & Co. für die Schwangere und ihr Kind? Und welche Medikamente sind verboten und sollten lieber gegen altbewährte Hausmittel ausgetauscht werden?

Erkältete schwangere Frau

Grundsätzlich sollte eine einfache Erkältung in der Schwangerschaft erst einmal keinen Grund zur Beunruhigung sein. Weder für die werdende Mutter, noch für ihr ungeborenes Baby, stellt die virale Infektion der Atemwege (leichter Husten, verstopfte oder laufende Nase, etc.) eine akute Gefahr dar.
Es wird durch den sogenannten Nestschutz der Mutter geschützt. Auch häufiges Husten oder Niesen schadet dem Kind nicht, kommen der aufgebaute Druck dabei nur wie leichte Schaukelwellen im Fruchtwasser an.

Das körpereigene Immunsystem wird sich der Erkältung annehmen und schon nach wenigen Tagen für Besserung sorgen. Ist dies jedoch nicht der Fall oder kommt neben den allgemeinen Erkältungssymptomen noch Fieber oder Atemnot hinzu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird schnell abklären können, ob sich vielleicht ein anderer oder zusätzlicher Infekt hinter der Krankheitserscheinung versteckt.

Medikamente in der Schwangerschaft

Medikamente sind in der Schwangerschaft immer mit erhöhter Vorsicht zu genießen! Insbesondere während der Frühschwangerschaft stellt die medikamentöse Behandlung eine besonders sensible Phase dar.

Eine gewöhnliche Erkältung lässt sich in der Regel auch ohne Medikamente gut überstehen, da die meisten Symptome sowieso nur die ersten beiden Tage verstärkt auftreten und danach spürbar abklingen.

Sollte sich jedoch die Einnahme von Arzneimittel nicht vermeiden lassen, ist in jedem Fall der Beipackzettel genauestens zu lesen! Dieser gibt Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen und was bei der Einnahme bei Schwangeren zu beachten ist.
Der Rat des Arztes und Apothekers ist ebenso wichtig! Beim verschreiben lassen bzw. Kauf des Medikamentes sollte in jedem Fall auf die bestehende Schwangerschaft hingewiesen werden.

Medikamente die Schwangere nicht einnehmen sollten

Unabhängig von ihrer Dareichungsform (Tablette, Zäpfchen, Saft, Salbe oder Spray) sollten bestimmte Medikamente, aus der Apotheke oder Drogerie, in der Schwangerschaft bei einer Erkältung nicht eingenommen werden.

Unter anderem Arzneien mit folgenden Inhaltsstoffen sollte eine Schwangere nicht einnehmen:

  • Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin)
  • Ibuprofen (enthalten in zahlreiche Schmerzmittel)
  • Alkohol (z. B. Eccinacin und in vielen Hustensäften bzw. Kombipräparaten)
  • Diazepam (enthalten u. a. in Schlafmitteln)

Verschreibt der Arzt sie dennoch, obwohl er Kenntnis über die die Schwangerschaft hat, ist in jedem Fall noch einmal der Apotheker zu Rate zu ziehen. Eventuell hat sich etwas an den Inhaltsstoffen geändert, von dem er noch nichts weiß.
Diese Vorsicht gilt auch bei Penicilline bzw. Antibiotika, die schwangeren Frauen zwar zur Einnahme verschrieben werden können, aber stets nur zur gezielten Behandlung eingesetzt werden sollten.

Hausmittel bei einer Erkältung in der Schwangerschaft

Statt der Chemiekeule, gibt es auch einige Hausmittel, welche die Symptome einer Erkältung in der Schwangerschaft lindern können. Sie sind in der Regel deutlich schonender für Mutter und Kind, als die üblichen Medikamente aus der Apotheke. Letztere sollten von Schwangeren sowieso weitestgehend gemieden werden, sofern der Arzt sie nicht ausdrücklich verschreibt.

Schnupfen – Meersalz anstatt Nasenspray

Herkömmliche Nasensprays und Nasentropfen haben eine leicht gefäßverengende Wirkung. Diese wirkt sich jedoch nicht nur auf die Nase, sondern den Blutgefäßen im ganzen Körpern aus. Bei einer erheblichen Überdosierung, kann sich dies also auch auf die Blutversorgung des Babys im Mutterleib auswirken, statt nur die Nasenschleimhäute der werdenden Mutter abschwellen zu lassen.
Von einem Dauergebrauch des Nasensprays ist daher in der Schwangerschaft – aber auch außerhalb – abzusehen. Besser sind da Meersalz-Nasensprays, welche die Schleimhäute in der Nase feucht halten und so den Abtransport der Krankheitserreger begünstigen.

Ein schnell hergestelltes Mittel gegen die verstopfte Nase in der Schwangerschaft, ist eine Kochsalzlösung, bestehend aus einem gestrichenen Teelöffel gewöhnliches Salz, aufgelöst in einem halben Liter Wasser. Dieses hat in die Nase tröpfelnd (z. B. mit einer Pipette) und nach dem hochziehen eine abschwellende Wirkung auf natürliche Weise.

Alternativ lässt sich das Salzwasser auch aufkochen und über den Dampf inhalieren. Ebenfalls zur Dampf-Inhalation bei Schnupfen geeignet sind: Eukalyptus-, Latschenkiefern-, Thymian- und Pfefferminzöl, sowie Kamillentee.

Husten – Zwiebelsirup anstatt Hustensaft

Auch Husten in der Schwangerschaft kann äußerst unangenehm sein, obgleich das Baby schützend in der Fruchtblase und umgeben vom Fruchtwasser nicht viel, außer ein leichtes Schaukeln, davon mitbekommen wird.

Viel trinken hilft, um den Schleim aus den Bronchien zu lösen. Am besten ist Wasser oder frisch aufgebrühter Tee.

Ein natürlicher Hustensirup lässt sich aus bewährten Hausmitteln herstellen und verzichtet auf Alkohol, der in verschiedenen Hustensäften aus der Apotheke enthalten ist.
Eine große Zwiebel (oder alternativ 200g schwarzer Rettich) möglichst klein gehackt und mit 50g Zucker vermengt, ergeben nach einigen Stunden ziehen lassen, einen hervorragendes Hausmittel für Schwangere gegen Husten. Die Zwiebel wirkt antibakteriell und schleimlösend. Über den Tag verteilt sollten etwa fünf Teelöffel des Zwiebelsirups eingenommen werden.

Rauer Hals – Salbei-Tee anstatt Lutschtabletten

Trockener Husten hat häufig auch einen rauen Hals zufolge. Als ein bewährtes Hausmittel dagegen hat sich Gurgeln mit Salbei-Tee erwiesen.

Für die Teeherstellung ist es natürlich am besten, frische Salbeiblätter zu verwenden. Sieben bis acht sind ausreichend für 200ml Tee. Nach dem übergießen mit kochendem Wasser sollte dem ganzen etwa eine Viertelstunde Ziehzeit gegeben werden. Anschließend den Salbeitee wie Mundwasser einfach gurgeln, um den Reiz im Rachen zu lindern.
Da Salbei in der Schwangerschaft jedoch nicht in großen Mengen zu sich genommen werden sollte, empfiehlt es sich den Tee nur zu gurgeln, aber nicht zu schlucken.

Halsweh – Kartoffelwickel anstatt Halsschmerztabletten

Fühlt sich der Hals nicht nur rau an, sondern fängt auch an zu schmerzen, kann ein Kartoffelwickel für Linderung sorgen. Dazu wird einfach eine gekochte Kartoffel zerstampft, in ein Küchentuch gewickelt und heiß um den Hals gelegt. Mit einem Schal drüber wird der Wickel warm- und festgehalten.

Auch eine heiße Tasse Milch mit Honig kann bei Halsschmerzen in der Schwangerschaft Wunder wirken und sollte in jedem Fall erst einmal den klassischen Halsschmerzbonbons bei einer Erkältung vorgezogen werden.

Vorsicht ist auch bei Hausmitteln geboten!

Auch wenn Hausmitteln für gewöhnlich weniger Risiken und Nebenwirkungen nachgesagt werden, ist auch deren Einsatz stets mit Vorsicht zu genießen. Schwangere sollten ihren Gebrauch nicht übertreiben und genauestens auf die Signale ihres Körpers achten.

Insbesondere bei zu heißen Bädern in der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko, den Kreislauf eher zu stark zu belasten, als zu fördern. Unter Umständen kann dies zu Frühwehen führen.

Auch einige Heilkräuter sollten in der Schwangerschaft nicht als Hausmittel gegen eine Erkältung eingesetzt werden: Von Echinacea (Sonnenhut), Lebensbaum , Taigawurzel und Kampfer sollte sich die Schwangere besser fern halten.

Wichtig: In jedem Fall ist ein Arzt zu Rate zu ziehen, wenn die Erkältung nach einigen Tagen nicht abklingt, schlimmer wird oder hohes Fieber dazukommt!

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