Adipositas – Schwanger mit Übergewicht

Leichtes Übergewicht zu Beginn der Schwangerschaft ist heutzutage wirklich keine Seltenheit
mehr. Zumindest, wenn das Körpergewicht nach dem Body-Mass-Index gewertet wird. In aller Regel, ist bei leicht übergewichtigen Frauen auch kein erhöhtes Risiko gegenüber normalgewichtigen Schwangeren zu erwarten.
Doch ab welchem BMI-Wert fängt es an kritisch zu werden und welchen Folgen kann ein stark adipöses Übergewicht für die werdende Mutter und ihr Baby haben?

Schwangere hat Übergewicht

Leichtes Übergewicht in der Schwangerschaft

Natürlich ist ein Normalgewicht, die ideale Voraussetzung zu beginn einer Schwangerschaft. Laut Body-Maas-Index gilt eine Frau als normalgewichtig, wenn ihr BMI-Wert zwischen 19 und 24 liegt.
Da der Index lediglich aus Alter, Körpergröße und -gewicht errechnet wird, ist er jedoch sehr umstritten. Insbesondere bei einem starken Knochenbau oder muskulösen Körper sollte er daher auch nicht unbedingt als Maas aller Dinge angesehen werden.

Bis zu einem BMI von 29 spricht man bei einer erwachsenen Frau noch von leichtem Übergewicht. Ab einem Alter von 25 Jahren, darf es auch noch ein BMI von 30 sein. Zwischen 35 und 44 Jahren steigt der Index für leicht übergewichtige Frauen sogar auf 31.

Leichtes Übergewicht zu Beginn der Schwangerschaft stellt in aller Regeln kein Problem dar. Kritischer wird es dagegen bei starkem Übergewicht, dem sogenannten Adipositas.

Auswirkungen von starkem Übergewicht in der Schwangerschaft

Adipositas kann sich in vielerlei Hinsicht negativ auf die Schwangere und ihr noch ungeborenes Kind auswirken. Doch schon im Vorfeld haben es stark übergewichtige Frauen häufiger schwieriger, überhaupt schwanger zu werden. Das hohe Übergewicht kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken und ist daher ein häufiger Grund, warum es mit dem Kinderwunsch nicht immer gleich sofort klappen mag.

Aber auch auf die Ultraschalluntersuchungen, kann das übermäßige Hüftgold negativ auswirken. Durch die dickere Schicht, haben es die Ultraschallsignale schwerer, tief genug in den Bauch einzudringen. Infolgedessen, können die Ultraschallbilder weniger aussagekräftig sein, als bei einer normalgewichtigen Schwangeren. Unter Umständen werden so Fehlbildungen beim Kind nicht frühzeitig über Ultraschall erkannt.

Starkes Übergewicht heißt aber nicht nur beim Kinderwunsch Geduld ausüben, sondern auch bei der Entwicklung des Babybauches. Während sich bei schlanken Frauen schnell ein Überstand zeigt, versteckt sich das Baby bei übergewichtigen häufig noch sehr lange hinter dem ohnehin schon großen Bauch. Erst wenige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, formt er sich wie eine Kugel nach vorne. Je nach Ausgeprägtheit des Übergewichts, zeigt sich unter Umständen aber auch gar kein vorstehender Babybauch.

Neben dem optischen, macht sich das Kind bei übergewichtigen Frauen des öfteren auch erst deutlich später mit seinen Bewegungen im Bauch bemerkbar. Insbesondere die ersten zaghaften Bewegungen zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche bleiben so von der werdenden Mutter meist unbemerkt. Erst wenn das Ungeborene um die 24. SSW. energischer durch Tritte und Schläge auf sich aufmerksam macht, sind die Kindsbewegungen auch mit starkem Übergewicht spürbar.

Starkes Übergewicht bedeutet eine Risikoschwangerschaft

Ab etwa einem BMI von 30, ist von Adipositas die Rede. Gemäß Mutterschutz ist bei derart starkem Übergewicht das Kriterium einer Risikoschwangerschaft erfüllt. Der Schwangeren stehen deshalb zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen zu. Die Kosten dieser Zusatzuntersuchungen werden damit anders, als bei einer normal eingeordneten Schwangerschaft, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Risiken für die Schwangere:

Risiken für das Kind:

  • erhöhtes Geburtsgewicht
  • erhöhtes Diabetes-Risiko
  • erhöhtes Risiko für Herzfehler
  • erhöhtes Risiko selbst auch an Adipositas zu erkranken

Was Schwangere gegen Übergewicht tun können

Am besten ist es natürlich, ganz ohne oder zumindest nur mit leichtem Übergewicht in die Schwangerschaft zu starten. Ist das Kind aber erst einmal in den Brunnen gefallen, sollte von Diäten Abstand gehalten werden. Insbesondere irgendwelche Blitzdiäten schaden der werdenden Mutter und ihrem noch ungeborenes Baby mehr, als dass sie bei einer gewichtsbedingten Risikoschwangerschaft helfen.

Schwangere mit Übergewicht sollten sich stattdessen auf ausreichende Bewegung und leichten Sport konzentrieren. Auch durch eine gesunde Ernährungsumstellung (keine Diät!) lässt sich meist mehr gutes für den Körper in der Schwangerschaft bewirken.

In jedem Fall sollte aber auch mit dem Frauenarzt oder der Hebamme über das Gewichtsproblem und die möglichen Komplikationen, wie auch die ggf. zu treffenden Gegenmaßnahmen gesprochen werden.

Mit Untergewicht in die Schwangerschaft zu starten, ist übrigens nebenbei gesagt, auch nicht sonderlich besser für die werdende Mama und ihr Kind. Ungeachtet vom Startgewicht, sollte aber stets auch die Schwangerschaftszunahme selbst verfolgt werden.

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