Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sind Wassereinlagerungen keine Seltenheit. Sie können an verschiedenen Körperteilen, wie an den Beinen, Armen, Knöcheln oder auch Händen auftreten. Insbesondere in den letzten Schwangerschaftswochen werden viele Frauen von dieser typischen körperlichen Schwangerschaftsbeschwerde heimgesucht.
In aller Regel sind Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft harmlos und völlig normal. Und nach der Geburt verschwinden sie meist auch schon bald wieder. Unter Umständen kann sich aber auch eine andere Krankheit dahinter verstecken, die (insbesondere unbehandelt) ein Risiko für werdende Mutter und Kind mit sich bringt.

Schwangere Frau mit Wassereinlagerungen

Wie ihr Name schon sagt, entstehen Wassereinlagerungen durch eine erhöhte Einlagerung von Wasser im Körper. Bei schwangeren Frauen wird dieser Umstand durch den veränderten Hormonhaushalt ausgelöst. Durch die Schwangerschaftshormone werten die Blutgefäße geweitet und verlieren an Elastizität. Gleichzeitig nimmt auch die Blutmenge im Körper der Schwangeren zu und die Gefäße werden durchlässiger. Insgesamt sammelt sich durch diesen Schwangerschaftsumstand zusätzliche Flüssigkeit an.

An welchen Körperstellen können Flüssigkeitsansammlungen entstehen?

Flüssigkeitsansammlungen können sich grundsätzlich im ganzen Körper bilden. Unter Umständen machen sie nicht einmal Halt vor dem Gesicht der Schwangeren. In der Schwangerschaft am meisten verbreitet sind jedoch geschwollene Hände und Füße, wie auch Wasser in den Beinen.

Insgesamt ist der untere Teil des Körpers am meisten betroffen, da die Venen in den Beinen permanent entgegen der Schwangerschaft das Blut zum Herzen pumpen. Halten die Blutgefäße den überhöhten Druck nicht mehr stand, versackt das Blut samt der Gewebeflüssigkeit in den Beinen. Bilden diese Wassereinlagerungen schließlich Schwellungen, spricht man auch von Ödeme.

Risiken durch Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft sind in aller Regel völlig normal und verschwinden kurz nach der Geburt auch wieder. Eine Gefahr für die werdende Mutter und ihr Baby geht von ihnen nicht aus.

Dennoch sollte der behandelnde Frauenarzt oder die Hebamme bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung auf die Ödeme angesprochen werden. In seltenen Fällen können sie auch ein Anzeichen für eine weitere Erkrankung sein. Wird neben den Wassereinlagerungen auch Bluthochdruck oder erhöhte Eiweißwerte im Urin festgestellt, kann dies auf eine Gestose oder eine Präeklampsie hindeuten. Unbehandelt stellt eine derartige Krankheit eine hohes Risiko für die Schwangere und das Ungeborene dar.

Allgemein ist erhöhte Vorsicht geboten, wenn eine der folgenden Beschwerden parallel zu den Wassereinlagerungen auftreten:

  • hoher Blutdruck
  • erhöhter Eiweiß im Urin
  • häufige Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Augenflimmern
  • Ohrensausen

So können schwangere Frauen Wassereinlagerungen vorbeugen:

Hundertprozentig vorbeugen lassen sich Wassereinlagerungen bei Frauen während der Schwangerschaft durch kein Hausmittel oder Geheimtipp. Mit einer gesunden Ernährung und regelmäßigem Sport, kann das Ödeme-Risiko jedoch gesenkt werden. Dies spielt im Zusammenhang mit einer guten Durchblutung. Daher können auch durchblutungsfördernde Massagen oder Wechselduschen förderlich gegen geschwollene Füße und Hände sein.

Die Tipps bei Ödemen in der Schwangerschaft die Salzzufuhr zu beschränken, weniger zu trinken und Reistage einzulegen gelten als veraltet. Außerdem wird ihnen nachgesagt, die Problematik zu verschlimmern, anstatt zu verbessern.

Weitere Tipps zur Vorbeugung, die gleichzeitig auch als Hausmittel zur Linderung bei Wassereinlagerungen praktiziert werden können, sind:

  • regelmäßige Bewegung und leichter Sport
  • auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten
  • täglich zwei bis drei Liter Wasser, Saftschorlen oder ungesüssten Tee trinken
  • häufiger die Beine erhöht lagern
  • Kompressionsstrümpfe oder Stützstrümpfe tragen
  • enge Kleidung und Schuhe meiden
  • öfters mal ein Vollbad (nicht zu heiß!) oder Fußbad mit Meersalz nehmen
  • Wechselduschen (nicht für ungeübte und nicht übertreiben!)
  • durchblutungsfördernde Massagen

Wichtig zu wissen ist natürlich, dass jeder Körper anders auf die einzelnen Hilfspunkte anspringt, um Wassereinlagerungen zu vermeiden. Grundsätzlich schadet es aber nicht, sich auf die zusammenfassend gesunde Lebenseinstellung einzulassen.
Sollte eine allgemeine Unverträglichkeit bestehen oder sich irgendwelche Nebenwirkungen zeigen, ist natürlich sofort von Abstand zu nehmen und ggf. ein Arzt aufzusuchen. Mit diesem sollte auch bei den Kontrolluntersuchungen stets über die Ödeme gesprochen werden, um eventuelle Erkrankungen der ansonsten eher harmlosen Flüssigkeitseinlagerungen frühzeitig zu erkennen.

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