Schwangerschaftsdemenz – Vergesslichkeit in der Schwangerschaft

Den Hausschlüssel verlegt, das Smartphone zu Hause vergessen oder den wichtigen Arzttermin verschwitzt. Viele Frauen neigen während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt dazu, Dinge zu vergessen. Oftmals wird diese Vergesslichkeit auch als Schwangerschaftsdemenz bezeichnet. Doch gibt es diese spezielle Form der Demenz bei Schwangeren tatsächlich?

Frau mit Schwangerschaftsdemenz

Vergesslichkeit und Demenz?

In der Schwangerschaft neigen viele Frauen dazu, Dinge einfach zu vergessen. Gerne wird dabei von der sogenannten Schwangerschaftsdemenz gesprochen. Diese Vergesslichkeit ist jedoch nur ein temporärer Zustand und anders, als bei einer tatsächlichen Demenz, nicht bleibend. In aller Regel ist die Gedächtnisstörung im dritten Trimester am ausgeprägtesten, verschwindet aber kurz nach der Geburt oder spätestens nach der Stillzeit auch wieder.

Die Schwangerschaftsdemenz würde wortwörtlich genommen von einem unwiderruflichen Abbauprozess sprechen. Eine derartige Demenz ist bei Schwangeren weder gemeint, noch gibt es sie wissenschaftlich nachgewiesen in dieser speziellen Form. Ist von Schwangerschaftsdemenz die Rede, ist also nichts anderes gemeint, als allgemein häufig auftretende Vergesslichkeit während der Schwangerschaft.

Wortfindungsstörungen in der Schwangerschaft

Über die allgemeine Vergesslichkeit von Dingen und Terminen, kommen häufig auch noch damit verbundene Wortfindungsstörungen dazu. Eigentlich redegewandte Frauen, verschlägt es in der Schwangerschaft häufig die Sprache, weil ihnen das richtige Wort nicht einfallen will. Je nach Ausgeprägtheit, kann es Aussenstehenden sogar vorkommen, als würde die Schwangere stottern.

Aber auch Namen werden von Schwangerschaftdementen gerne mal vergessen oder schlichtweg mit denen anderer Freunde und Bekannte verwechselt.

Warum sind viele Frauen während der Schwangerschaft so vergesslich?

Verantwortlich für die vergleichsweise häufig auftretenden Gedächtnisstörungen während der Schwangerschaft, ist unter anderem die Hormonumstellung, die der weibliche Körper in dieser Zeit mitmacht. Außerdem gehen Forscher davon aus, dass Babys bestimmte Botenstoffe aussenden, welche die Gedächtnisleistung beeinflussen. Diese Stoffe scheinen zwischen den Geschlechtern sogar unterschiedlich ausgeprägt zu sein. In verschiedenen Studien ließ sich belegen, dass die Vergesslichkeit bei Schwangeren mit Mädchennachwuchs ausgeprägter ist, als wenn ein Junge erwartet wird. Damit ist auch der allseits bekannte Schwangerschaftsmythos bestätigt, dass Mädchen vergesslich machen.

Neben den hormonellen Gründen für die Schwangerschaftsdemenz, gesellt sich natürlich auch die psychische Schwangerschaftsbelastung dazu. Zu viele Sorgen, als das sprichwörtlich noch Platz für die unwichtiger erscheinenden Dinge im Kopf frei wäre: Geht es dem Baby gut? Ist die Erstausstattung komplett oder habe ich was vergessen? Und reichen die Finanzen überhaupt aus, um ein Kind großzuziehen?

Tipps gegen die Schwangerschaftsvergesslichkeit

So wie nicht jede schwangere Frau zwingend von der Schwangerschaftsdemenz betroffen ist, gibt es umgekehrt natürlich auch kein Wundermittel dafür, sie gänzlich vorzubeugen. Dies mag überwiegend auch daran liegen, da die Schwangerschaftsvergesslichkeit sehr hormonbedingt ist. Durch ein paar einfache Tipps und altbewährte Hausmittel, lässt sich das Gedächtnis in der Schwangerschaft meist dennoch deutlich bessern.

  • Dem Körper die Ruhe und Erholung zu geben, nach die er verlangt, ist vermutlich das beste, was überhaupt gegen Schwangerschaftsdemenz getan werden kann. Häufig mal eine Ruhepause einzulegen, ist genauso wichtig, wie ausreichender Schlaf während und kurz nach der Schwangerschaft.
  • Natürlich wirkt sich auch eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft positiv auf das Gedächtnis aus. Äußerst energiereich für das Gehirn sind vor allem Mandeln und Nüsse, die sich gut als Zwischenmahlzeit in den Tag integrieren lassen. Ganz klassisch sind auch das bekannte Studentenfutter oder Traubenzucker als Energiespender bekannt.
  • Zu einer ausgewogenen Ernährung zählt selbstverständlich auch die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Schwangere sollten täglich mindestens zwei Liter trinken. Wasser oder ungesüßte Tees sind dabei natürlich das Optimum. Großer Abstand sollte dagegen gegen koffeinhaltige Getränke, insbesondere aber Energiedrinks genommen werden. Das Alkohol während der Schwangerschaft ein absolutes Tabu, versteht sich von selbst!
  • Den Terminplan sollten Schwangere grundsätzlich etwas lockerer gestalten, anstatt wie manchmal gerne üblich von Termin zu Termin zu hetzen. Auch die Hausarbeit kann ruhig mal einen Tag warten oder zur Entlastung an die Familie übertragen werden.
  • Termine gehören sofort in den Kalender eingetragen. Das Handy als ständiger Begleiter wird mit einer eingestellten Erinnerungsfunktion zeitig dran erinnern. Es ist sicherlich nicht verkehrt, wichtige Termine zusätzlich auch auf einen Notizzettel in Sichtweite (z. B. am Kühlschrank) aufzuhängen.

Natürlich ist es wichtig, auch mit dem Frauenarzt oder Hebamme darüber zu sprechen, wenn sich häufiges Vergessen während der Schwangerschaft bemerkbar macht.

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