Beckenendlage (Steißlage) – Wenn sich das Baby vor der Geburt nicht dreht

Nicht immer dreht sich das Baby vor der Geburt mit seinem Kopf in Richtung des Beckens seiner Mutter. Dies hat zu Folge, dass das Kind mit den Füßen voran geboren wird. Sein Köpfchen dagegen kommt bei einer Beckenlage als letztes auf die Welt. Die vaginale Steißgeburt ist jedoch mit gewissen Risiken verbunden, weshalb häufig bei einer Steißlage, ein Kaiserschnitt vorgezogen wird. Doch es gibt durchaus andere Alternativmöglichkeiten.

Ultraschall bei Steißlage des Babys

Beckenendlage-Positionen

Im Idealfall dreht sich das Baby im Bauch seiner Mutter etwa zwischen der 30. und 36. Schwangerschaftswoche mit seinem Kopf in Richtung Geburtskanal. Bei etwa drei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften ist dies jedoch nicht der Fall. Stattdessen liegt das Kind in einer reinen Steißlage oder anderen Beckenendlage-Positionen.

  • Steißlage: Bei der reinen Steißlage hat das Baby beide Beine hochgeschlagen, sodass die Füße vor seinem Gesicht liegen und der Steiß in Richtung Geburtskanal. Dies ist die häufigste Form einer Beckenendlage.
  • Steiß-Fuß-Lage: Bei der vollkommenen Steiß-Fuß-Lage hockt das Kind mit zum Bauch hin angezogenen Beinen.
  • Fußlage: Bei der reinen Fußlage hat das Baby beide Beine in Richtung Geburtskanal ausgestreckt.
  • Knielage: Bei der vollkommenen Knielage kniet das Kind mit nach hinten angewinkelten Beinen.

Darüber hinaus sind auch gemischte Formen der einzelnen Beckenendlage-Positionen möglich, sodass beispielsweise bei einer unvollkommenen Steiß-Fußlage nur eines der beiden Beine (des kleinen Akrobaten im Babybauch) angehockt ist und das andere dagegen hochgeschlagen.

Ursachen der Beckenendlage

Eine Beckenendlage, bei der sich der Kopf nicht in Richtung des Geburtskanals dreht, kann verschiedene Ursachen haben:

So kommt die Steißlage häufig bei einer Frühgeburt vor, da das Frühchen nicht die nötige Zeit hatte, sich im Bauch zu drehen. Der Richtungswechsel findest in der Regel erst zwischen der der 30. und 36. Schwangerschaftswoche statt.

Auch eine Zwillings- bzw. Mehrlingsschwangerschaft ist ein Grund für eine Beckenendlage. Bei etwa einem Drittel aller Fälle liegen die Zwillingskinder bzw. Mehrlinge verdreht zueinander, sodass ein Kind in Steißlage mit dem Po zum Geburtskanal gerichtet liegt.

Ein verengtes Becken oder bedingt durch eine Anomalie der Gebärmutter geben dem Fötus wohlmöglich nicht den ausreichenden Platz, den er für eine Drehung benötigt. Gleichzeitig betrifft das Platzproblem aber auch große Kinder, die es ebenso schwer haben, sich zum Schwangerschaftsende noch zu drehen.

Durch eine zu kurze Nabelschnur oder ungünstig gelegene Plazenta kann das Baby ebenfalls daran gehindert werden, von der Beckenendlage in die Schädellage zu wechseln. Ebenso kann zu wenig oder zu viel Fruchtwasser ein möglicher Grund sein.

Wohlmöglich ist das Kind aber auch einfach nicht aktiv genug, dass es sich noch zeitig in die richtige Position für die Geburt rückt.

Risiken einer Steißlage bei der Geburt

Da bei einer natürlichen Geburt in Steißlage, die Füße voran und das Köpfchen zu letzt auf die Welt kommen, besteht das Risiko, dass es während des Geburtsvorgangs beim Kind zu einem Sauerstoffmangel kommt. Dieser wird durch abdrücken der Nabelschnur verursacht, da der Kopf als größtes Teil des Kindes, bei einer Beckenendlagengeburt zuletzt austritt.
Sofern die Sauerstoffunterversorgung nur sehr kurz ist, stellt dies in der Regel zwar kein Problem für das Kind dar, fällt er jedoch länger aus, ist mit (möglicherweise bleibenden) Schäden beim Kind zu rechnen.

Umso wichtiger ist es, sich bei einer vaginalen Steißgeburt, an eine Beckenendlagen spezialisierte Geburtsklinik und auch eine damit erfahrene Hebamme zu wenden. Diese können bereits im Vorfeld das Risiko besser abwägen und eine geeignete Geburtsform empfehlen.

Möglichkeiten bei einer Beckenendlage des Kindes

Nicht immer muss eine Steißlage, einen Kaiserschnitt zufolge haben. Es gibt durchaus auch andere Möglichkeiten bei einer Beckenlage des Kindes. Diese sind aber nicht unbedingt völlig risikofrei und können unter Umständen zu neuen schwerwiegenderen Problemen führen.

Kind im Bauch aus der Steißlage drehen

Etwa drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, können erfahrene Ärzte in der Klinik eine äußere Wendung versuchen. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle der Po des Kindes aus dem Becken gehoben und zeitgleich sein Köpfen vorsichtig nach hinten gedrückt, sodass es zu einer Rückwärtsrolle animiert wird.

Die Erfolgsquote liegt bei etwa 50:50, mit geringer Tendenz in Richtung Erfolg. Gleichzeitig bring der Versuch, das Kind im Bauch aus der Steißlage zu drehen, aber auch das Risiko einer Nabelschnurumschlingung mit sich. Ebenfalls kann sich der Mutterkuchen dabei ablösen.

In beiden Risikofällen ist ein sofortiger Kaiserschnitt erforderlich. Dies ist auch der Grund, warum eine Wendung bei Beckenendlage nur in Geburtskliniken durchgeführt wird, in denen zeitgleich auch alles für einen Notfall-Kaiserschnitt vorbereitet sein sollte.

Moxibustion Akupunktur bei Beckenendlage

Eine weitere Möglichkeit, das Kind zum drehen in die richtige Geburtsposition zu animieren, ist die Moxa Therapie. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Wärmeakupunktur, die ab der 33. und bis hin zur 36. Schwangerschaftswoche möglich ist.

Die Moxibustion trägt ihren Namen aufgrund der Moxa Zigarren, dessen Hitzeentwicklung an bestimmten Akupunkturpunkten des kleinen Zehs, das Baby zur Drehung stimulieren. Die Erfolgsquote liegt auch hier bei etwa 50 Prozent, jedoch gilt die Akupunktur als risikofrei für Mutter und Kind. Speziell ausgebildete Hebammen bieten diese Therapieform an.

Spontangeburt statt Kaiserschnitt

Erfahrene Kliniken, die das Risiko gut abschätzen und abwägen können, ermöglichen auch eine Geburt aus der Steißlage heraus. Dabei wird vor Geburt, die Position des Kindes durch Abtasten und per Ultraschall ermittelt. Liegt keine Quer- oder andere ungünstige Lage vor, ist eine Spontangeburt möglich.

Wichtig zu wissen ist, dass bei einer vaginalen Steißgeburt, die weichen Körperteile zuerst geboren werden. Dadurch hat es der Kopf schwieriger, was gleichzeitig auch für die Mutter anstrengender ist. Häufig gehen die Ärzte daher etwas großzügiger mit schmerzlindernden Mitteln um, was folglich auch die Entspannung von Muskulatur und Gewebe fördert.
Um den Durchtritt zu erleichtern, wird häufig auch Dammschnitt gemacht, obwohl er heutzutage bei natürlichen Geburten eher unüblich ist. Mithilfe einer Saugglocke oder speziellen Zange lässt sich der Geburtsvorgang meist beschleunigen.
Eine schnelle Befreiung des Kopfs ist bei einer Geburt aus Beckenendlage äußerst wichtig, da die Nabelschnur abgedrückt werden kann und dadurch einen Sauerstoffmangel verursacht, der bis hin zur Erstickung führen kann.

Kaiserschnitt

Auch wenn die Schwangere sich eine Spontangeburt im Falle einer Beckenendlage wünscht, können einige Gründe dagegen und stattdessen für einen geplanten Kaiserschnitt sprechen:

Ein mit Steißlagegeburten erfahrenes Krankenhaus kann die Risiken gut abschätzen und dabei auch das bei einem Kaiserschnitt ums etwa zehnfach höhere (gegenüber einer natürlichen vaginalen Entbindung) mit abwägen.

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