Geburtsvorbereitende Akupunktur

Die geburtsvorbereitende Akupunktur gewinnt als Geburtshilfe im Kreißsaal immer mehr an Beliebtheit. Sie soll der Schwangeren dabei helfen, sich sowohl körperlich, als auch geistig optimal auf die Entbindung vorzubereiten. Dabei kann das Setzen der Nadeln an bestimmten Punkten eine Wehen fördernde Wirkung zufolge haben und sogar den Geburtsvorgang erheblich verkürzen. Außerdem haben viele Hebammen bei Schwangeren die Erfahrung machen können, dass sich durch die Akupunktur als Geburtsvorbereitung, auch die Geburtsschmerzen lindern lassen.
Natürlich spielen nicht nur die jeweiligen Akupunkturpunkte, sondern auch ab wann und wie oft die Behandlung durchgeführt wird, eine wichtige Rolle bei der aus dem chinesischen stammenden Heilmethode.

Frau lässt sich zur Vorbereitung auf die Geburt akupunktieren

Wirkung der geburtsvorbereitenden Akupunktur

Akupunktur hat sich bereits in vielen medizinischen Bereichen, als Alternative zur Schulmedizin, einen Namen machen können. Insbesondere aber rund um die Schwangerschaft, wird die Nadel-Behandlung gerne in Anspruch genommen, um dem Kind nicht durch die Einnahme von Medikamenten zu schaden.

Bereits in der Frühschwangerschaft kann eine Akupunkturbehandlung bei verschiedenen Schwangerschaftsbeschwerden helfen und für Linderung sorgen. Unmittelbar um die Geburt, äußert sich ihre Wirkung wie folgt:

  • Angst vor der Geburt senken
  • Wehen fördern
  • Schmerz der Wehen verringern
  • Geburtsverlauf verkürzen

Wichtig dabei ist es natürlich, die richtigen Punkte für die geburtsvorbereitende Akupunktur zu finden. Die Behandlung sollte daher stets durch einen geschulten und erfahrenen Experten erfolgen. Typische Akupunkturpunkte bei der Geburtsvorbereitung liegen:

  • an einem speziellen Kopfpunkt
  • unterhalb der Knien
  • um den Fußinnenknöchel
  • seitlich der oberen Waden
  • an der Außenseite der kleinen Zehen

Über die einzelnen Akupunkturpunkte hinaus, spielt natürlich auch die Technik eine wichtige Rolle bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur. So haben lediglich steckende Nadeln eine anregende und mit einer leichten Drehung im Gewebe dagegen eine beruhigende Wirkung.

Geburtsvorbereitende Akupunktur gegen die Angst vor der Geburt

Eine bevorstehende bereitet vielen schwangeren Frauen große Angst: Wie stark werden die Geburtsschmerzen sein? Werde ich während der Entbindung Herr all meiner Körperfunktionen bleiben können? Und wird alles reibungslos verlaufen?

Besonders beim ersten Kind, ist die Geburtsangst meist äußerst ausgeprägt. Manchmal ist die Angst so stark, dass sie zu psychischen Stress führt und dadurch sogar die natürliche Wehentätigkeit negativ beeinträchtigen kann.

Die geburtsvorbereitende Akupunktur kann schwangeren Frauen dabei helfen, sich besser zu entspannen und ihre Ängste vor der Geburt zu lindern.

Ausbleibende Wehen auslösen

Sofern der errechnete Geburtstermin überschritten ist, kann durch Akupunktur versucht werden, die Wehen auszulösen. Auch bei einem vorzeitigen Blasensprung, wird gerne zur Nadel gegriffen.

Sollten jedoch Komplikationen auftreten oder der Entbindungstermin weit überschritten sein, so wird der Arzt in der Regel ein wehenförderndes Medikament geben, um die Geburt einzuleiten.

Geburtsverlauf verkürzen

Allgemein kann die geburtsvorbereitende Akupunktur bewirken, dass sich die Geburtsdauer verkürzt. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Eröffnungswehen von durchschnittlich zehn auf acht stunden reduzieren, wenn die Schwangere akupunktiert wird.

Außerdem ist es möglich, dass sich die Nadelstimulation auch auf den Gebärmutterhals auswirkt und ihn dehnbarer macht. Durch die verbesserte Zervixreifung kann der Geburtsverlauf auch über die einleitenden Wehen hinaus beschleunigt werden.

Nachdem das Kind zur Welt gekommen ist, muss natürlich auch noch die Plazenta (Nachgeburt) geboren werden. Doch auch hier unterstützt die chinesische Heilmethode ihr Ablösen und verringert darüber hinaus das Risiko möglicher Komplikationen.

Schmerzlinderung durch Akupunktur

Die geburtsvorbereitende Akupunktur kann sich allgemein auch schmerzlindernd auf die Wehen und den Geburtsverlauf auswirken. Dies hat in vielen Fällen zufolge, dass während der Geburt weniger Schmerzmedikamente benötigt werden.

Allgemein ist das chinesische Naturheilverfahren für seine schmerzlindernde Wirkung bekannt. Die Akupunktur gewinnt daher nicht nur bei der Geburtsvorbereitung immer mehr an Beliebtheit, sondern auch bei anderen Schmerzen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen in der Schwangerschaft.

Mögliche Nebenwirkungen der Geburtsvorbereitung durch Akupunktur

Obwohl die Akupunktur zu den sanften Verfahren der Geburtsvorbereitung zählt und ohne Medikamente auskommt, ist auch sie nicht frei von möglichen Nebenwirkungen. So führen die Nadeln in seltenen Fällen zu Hautirritationen oder kleinen Blutungen an der Einstichstelle. Außerdem kann die Behandlung bei schwangeren Frauen mit geschwächtem Kreislauf zu leichtem Schwindel führen.

Es ist wichtig, dass die geburtsvorbereitende Akupunkturbehandlung stets durch einen geschulten Experten durchgeführt wird. Ärzte, Hebammen und Therapeuten sollten über eine entsprechende (nicht selbstverständliche) Qualifikation verfügen.

Ab wann die geburtsvorbereitende Akupunktur Sinn macht

Üblicherweise wird mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur zwischen der 36. und 37. Schwangerschaftswoche begonnen. Eine Sitzung dauert meist 20 bis 30 Minuten. Sie wird wöchentlich bis zur Entbindung wiederholt.

Auch viele Geburtskliniken bieten mittlerweile eine Akupunkturbehandlung für ihre schwangeren Patienten an. Entsprechende Angebote sind meist am Aushang zu finden.
Akupunktur-Neulingen wird jedoch nicht empfohlen, erst jetzt ihre ersten Erfahrungen mit der chinesische Heilmethode zu machen. Für gewöhnlich wird der Nadel zu beginn noch eher misstrauisch entgegengeblickt, als dass sie zur Entspannung während der ersten Wehen beiträgt.

Kosten einer Akupunktursitzung

Die Kosten für die geburtsvorbereitende Akupunktur werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Stattdessen haben schwangere in Eigenleistung zu treten. Mit etwa 10 bis 25 Euro je Sitzung, ist der Kostenfaktor jedoch recht überschaubar.

Dennoch kann es sich lohnen, bei der Krankenkasse nach einer Erstattung zu fragen. In Einzelfällen erklären sich diese dazu bereit, zumindest einen Teil der Akupunktur-Kosten zu übernehmen.

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