Placenta praevia – Geburtskanal durch Mutterkuchen versperrt

Als Placenta praevia wird eine Fehllage der Plazenta in der Gebärmutter bezeichnet. Dabei liegt der Mutterkuchen nicht wie üblich oben oder seitlich, sondern unten vor dem Muttermund. Wir der Geburtskanal dabei vollständig oder auch nur teilweise verdeckt, macht dieser Umstand, eine Geburt per Kaiserschnitt erforderlich, um das Kind nicht zu gefährden.

Plazenta praevia Ultraschalluntersuchung

Diagnose und Symptome einer vorgelagerten Plazenta

Meist wird eine Fehllage der Plazenta während der Schwangerschaftsvorsorge, bei der zweiten Ultraschalluntersuchung zwischen der 19. und 22. SSW. festgestellt. Von einer Placenta praevia wird jedoch erst nach der 24. Schwangerschaftswoche gesprochen, da der Mutterkuchen durch die Größenzunahme der Gebärmutter noch nach oben (vom Muttermund weg) wandern kann.

Ein häufiges Anzeichen für eine Placenta preavia können jedoch auch Blutungen im letzten Schwangerschaftstrimester sein. Ihr Auftreten kann gelegentlich, aber auch genauso gut durchgehend sein. Schmerzen spürt die Schwangere in aller Regel keine auch der Bauch verkrampft nicht, sondern fühlt sich weich an.

In wenigen Fällen, bleibt die Plazenta-Fehllage aber auch völlig unbemerkt, was bei einer möglichen Plazentaablösung lebensbedrohliche Folgen für die Mutter und ihr Kind mit sich bringen kann.

Verschiedene Formen der Placenta praevia und ihre Risiken

Bei einer Placenta praevia wird zwischen vier verschiedenen Formen unterschieden. Die Unterscheidung erfolgt in Abhängigkeit der Plazenta-Lage. Nicht alle Fehllagen des Mutterkuchens machen zwingend einen Kaiserschnitt notwendig.

  • Tiefliegende Plazenta: Der Mutterkuchen liegt recht tief in der Gebärmutter, berührt den Muttermund jedoch nicht. Eine natürliche Spontangeburt ist möglich.
  • Placenta praevia marginalis: Die Plazenta reicht bis zum Muttermundrand, verdeckt ihn aber nicht. Auch bei dieser Fehllage ist eine spontane Geburt möglich.
  • Placenta praevia partialis: Der Muttermund wird zum Teil durch die Plazenta verdeckt. Bereits diese Lage macht einen Kaiserschnitt notwendig.
  • Placenta praevia totalis: Der Mutterkuchen verdeckt den Muttermund vollständig und versperrt damit den Geburtskanal unausweichlich. Auch hier besteht die Notwendigkeit einer Entbindung per Kaiserschnitt.

Risikofaktoren und Ursachen für eine Fehllage des Mutterkuchens

Die genauen Ursachen einer Placenta praevia sind bisher nicht eindeutig geklärt. Sie ist jedoch eine Folge, der Einnistung der befruchteten Eizelle an „falscher“ Stelle. Durch folgende Faktoren wird das Risiko einer Fehllage des Mutterkuchens begünstigt:

  • viele vorangegangene Schwangerschaften
  • schnelle Schwangerschaftsfolge
  • Zwillings- bzw. Mehrlingsschwangerschaften
  • Narbenbildung innerhalb der Gebärmutter (z. B. bei Schwangeren mit bereits einer Kaiserschnitt-Entbindung oder früheren Gebärmutter-Operationen)
  • vorangegangene Fehlgeburt oder Ausschabung
  • frühere Endometritis (Entzündungen innerhalb der Gebärmutter)
  • erhöhtes Gebäralter der Kindesmutter (35 Jahre und älter)
  • Raucher bzw. Nikotinkonsum

Behandlung bei einer Placenta praevia

Die reine Feststellung einer Placenta praevia ist erst einmal kein Grund zur Besorgnis. Das Kind wird nach wie vor gut über die Plazenta versorgt. Solang im letzten Schwangerschaftstrimester keine Blutungen aufgetreten sind, ist meist – solang durch den behandelnden Arzt nichts anderes verordnet – viel Ruhe, kein Stress und meiden körperlicher Anstrengungen ausreichend, um die Gesundheit nicht zu gefährden. Aber auch auf Geschlechtsverkehr sollte bei einer Fehllage des Mutterkuchen zur Vorsicht verzichtet werden.

Treten dagegen Blutungen auf, wird der Arzt die Schwangere in der Regel zur stationären Überwachung in ein Krankenhaus überweisen. Dieses wird absolute Bettruhe auf Station verordnen. Sollten die Blutungen dennoch weiter andauern, wird in Abhängigkeit vom Schwangerschaftsfortschritt und der Lungenreife des Babys entschieden, ob ein frühzeitiger Not-Kaiserschnitt durchgeführt werden muss.

Bei einer lediglich tieferliegenden oder nur den Muttermundrand bedeckenden Fehllage der Plazenta und keinen weiteren auftretenden Komplikationen, ist in der Regel eine natürliche vaginale Spontangeburt möglich. Andernfalls, wenn der Mutterkuchen den Geburtskanal ganz oder auch nur teilweise bedeckt, wird das Kind per geplanten Kaiserschnitt geholt.

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