Muttermilch erwärmen

Nicht immer ist es möglich, das Baby zu stillen. Dafür kann es vielerlei verschiedene Gründe geben. Entsprechend legen viele Mütter einen kleinen Muttermilchvorrat im Kühlschrank oder zur längeren Aufbewahrung in der Tiefkühltruhe an. Bevor die abgepumpte Milch aber wieder an den Nachwuchs verfüttert wird, müssen Eltern zunächst die Muttermilch erwärmen, um so Koliken zu vermeiden.
Außerdem gibt es beim Auftauen und Aufwärmen von Muttermilch einiges zu beachten! Andernfalls können wichtige Nährstoffe zerstört werden oder sich der Säugling beim Trinken verbrühen.

Baby trinkt aufgewärmte Muttermilch aus der Flasche

Was beim erhitzen von Muttermilch zu beachten ist

Um wichtige Inhaltsstoffe weitestgehend beizubehalten, sollte Muttermilch schonend erwärmt werden. Zu hohe Temperaturen sind daher zu vermeiden.
Dies gilt insbesondere für das Erhitzen von Muttermilch in der Mikrowelle. In ihr wird die Milch häufig nicht gleichmäßig erwärmt. Stattdessen können aber sogenannte Hotspots entstehen. Dabei handelt es sich um zu heiße Stellen innerhalb der Flüssigkeit, in denen entsprechend die wertvollen Eigenschaften der natürlichen Babynahrung verloren gehen.

Bevor die aufgewärmte Muttermilch schließlich an das Baby verfüttert wird ist diese sorgfältig umzurühren oder zu schütteln bzw. im Fläschchen zu schwenken. Dies sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung innerhalb der Milchflüssigkeit.
Um Verbrühungen vorzubeugen, ist die Temperatur vor Verzehr zu prüfen. Viele Eltern testen dies am Handgelenk. Die Milchtemperatur sollte in etwa die der Körpertemperatur (wie auch beim direkten Stillen) entsprechen, jedoch nicht überschreiten.

Einmal erwärmte Muttermilch sollte binnen 30 Minuten verzehrt und keinesfalls mehrfach erhitzt werden. Auch ein erneutes Einfrieren bereits auf- bzw. angetauter Milch wird nicht empfohlen. Entsprechend sind die Portionen schon nach dem Abpumpen einzuteilen.

Allgemein sollten Eltern sich über die Haltbarkeit von abgepumpter Muttermilch im klaren sein. Im Kühlschrank ist sie bestenfalls nach spätestens drei Tagen aufzubrauchen. Bei Aufbewahrung in der Tiefkühltruhe verlängert sich die Haltbarkeitszeit auf etwa einem halben Jahr.

Verschiedene Möglichkeiten zum erwärmen von Muttermilch

Muttermilch lässt sich auf verschiedenen Weisen erwärmen. Sofern es aber die Zeit zulässt, sollte sich stets für eine schonende Methode entschieden werden. Dies lässt die meisten kostbaren Nährstoffe in der natürlichen Babymilch erhalten.

Gefrorene Muttermilch auftauen

Wurde ein kleiner Muttermilchvorrat im Tiefkühlfach angelegt, muss die gefrorene Milch natürlich erst einmal aufgetaut werden. Dies sollte bestenfalls getrennt vom späteren Erhitzen geschehen. Die Trennung beider Vorgänge ist eine besonders schonende Form, um vom Eis- in den flüssigen Zustand zu gelangen.

Außerdem kann die Muttermilch anschließend unter Umständen noch für zwölf Stunden im Kühlschrank aufbewahrt und muss nicht sofort verzehrt werden. Ist sie in einem luftdichten Behälter verschlossen und wurde dieser zwischenzeitig auch nicht geöffnet, hält sich die aufgetaute Milch in der Kühlung sogar doppelt so lange.

Unabhängig von dem Verfahren, darf einmal aufgetaute Muttermilch nicht erneut eingefroren werden!

Bei Zimmertemperatur auftauen

Muttermilch kann bei Zimmertemperatur aufgetaut werden. Dies geschieht je nach vorliegender Raumtemperatur unterschiedlich schnell. Auch die Muttermilchmenge und das Behältnis spielen eine wichtige Rolle. In kleineren Mengen und flachen Tüten braucht die Milch entsprechend weniger Zeit, um aufzutauen.

Erfolgt das Auftauen bei Lufttemperatur, muss die Muttermilch gleich verfüttert werden. Dazu ist sie natürlich vorab noch auf Trinktemperatur zu bringen. Erneut darf sie nicht wieder eingefroren werden!

Im Kühlschrank schonend auftauen

Die schonendste Möglichkeit Muttermilch aufzutauen ist im Kühlschrank. Der Vorgang nimmt etwa 8-10 Stunden in Anspruch. Anschließend ist die ungeöffnete Milch noch einen Tag haltbar. Geöffnet dagegen nur 12 Stunden.

Wird die natürliche Babymilch nicht sofort erhitzt und an das Kind verfüttert, sollte sie zur weiteren Lagerung in den untersten und hinteren Bereich des Kühlschranks gestellt werden. Dort ist die Temperatur in der Regel am niedrigsten.

Wichtig ist, die Milch stets verschlossen im Kühlschrank aufzutauen bzw. zu lagern. Dies verhindert unter anderem, dass sie Fremdgerüche annimmt. Bewährt haben sich spezielle Muttermilchbehälter, die sich mit Deckel luftdicht und auslaufsicher verschließen lassen. Um nicht durcheinander zu kommen, empfiehlt es sich außerdem auch den Behälter zu beschriften.

Muttermilch aufwärmen

Vor dem Verzehr sollte Muttermilch auf Raumtemperatur gebracht werden. Dies kann Koliken beim Baby vermeiden. Optimal ist eine Trinktemperatur die in etwa der Körpertemperatur und damit der beim Stillen entspricht. Höher als 37°C sollte die Milch jedoch nicht erhitzt werden.

Erwärmte Mamamilch ist sofort (binnen ca. 30 Minuten) zu verzehren. Ein zweites mal aufwärmen sollte man sie nicht! Stattdessen sind die Milchreste wegzuwerfen, da sich in ihnen schädliche Keime bilden können.
Um die kostbare natürliche Nahrung nicht zu verschwenden, ist sie bereits beim einfrieren entsprechend zu portionieren.

Grundsätzlich ist es zwar nicht problematisch, wenn die gefrorene Muttermilch direkt aufgewärmt wird, jedoch ist es besser sie vorher erst schonend aufzutauen (z. B. bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank). Dies lässt mehr der wichtigen Inhaltsstoffe in ihr erhalten.

Im Wasserbad erwärmen

Aufgetaute Milch oder aus dem Kühlschrank lässt sich am besten im Wasserbad erwärmen. Dazu wird ein zur Hälfte mit Wasser gefüllter Kochtopf auf dem Herd erhitzt. Es darf jedoch nicht zum kochen gebracht werden. Sobald es verdampft, ist daher der Topf vom Herd zu ziehen. Alternativ lässt sich der Vorgang mit einem Wasserkocher beschleunigen.

Steht der heiße Wassertopf nicht mehr auf der Herdplatte, kann der Behälter mit der Muttermilch hineingestellt werden. Optional lässt sich dieser darin hin und her bewegen, um für eine gleichmäßigere Wärmeverteilung zu sorgen. Nötig ist dies jedoch nicht zwingen.

Nach einigen Minuten erreicht die Muttermilch die richtige Temperatur. Bevor sie dem Baby gegeben wird, sollte sie besser kurz umgerührt und die Milchtemperatur nochmals geprüft werden.

Mittels Flaschenwärmer erhitzen

Alternativ bietet sich ein Flaschenwärmer an. Derartige Geräte sind speziell für die Babykosterwärmung entwickelt und schon bereits für sehr kleines Geld zu haben. Gute Geräte bieten eine stufenlose Temperatureinstellung und sorgen für eine zuverlässige Temperierung von flüssiger und breiförmiger Babynahrung. Der Betrieb ist recht einfach und die Milch binnen weniger Minuten erwärmt, ohne direkt dabeistehen zu müssen.

Um Muttermilch auch unterwegs aufwärmen zu können, empfiehlt sich ein Babykostwärmer mit Auto-Adapterkabel zu kaufen.
Natürlich ist darauf zu achten, dass sich die in einer Kühltasche mit Eisakku gekühlte Milch nicht sehr lange hält. Bei längeren Ausflügen sollte daher besser eine gefrorene Muttermilchportion mitgenommen werden, die zwischenzeitig schonend auftauen kann, oder eine ganz frisch abgepumpte.

Unter fließendem Wasser auftauen und erwärmen

In der Regel wird ein Muttermilchvorrat für unvorhergesehene Notfälle angelegt. So kann es immer mal zu Stillproblemen kommen. Auch ist es möglich, dass Mama plötzlich erkrankt und aufgrund der Medikamenteneinnahme zur Stillpause gezwungen wird. In derartigen Situationen, fehlt es meist an der nötigen Zeit zum sanften Auftauen im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur. Statt nun aber die gefrorene Milch in ein Wasserbad oder in den Flaschenwärmer zu geben, lässt sie sich auch wie folgt unter fließendem Wasser auftauen und auf Trinktemperatur erwärmen:

  1. Den Milchbehälter unter fließendem kalten Wasser halten, bis die Muttermilch vollständig aufgetaut ist. Die Wassertemperatur kann langsam gesteigert werden, sollte jedoch die Raumtemperatur nicht übersteigen. Durch leichtes Schütteln lässt sich vergewissern, dass keine kleinen Eisklumpen mehr enthalten sind.
  2. Die Wassertemperatur nun schrittweise auf Körpertemperatur erhöhen. Natürlich dürfen es auch ein paar Grad mehr sein, jedoch ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht dampft! Um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen, ist das verschlossene Milchgefäß währenddessen kontinuierlich unter dem Wasserstrahl zu schwenken.
  3. Sobald sich die Muttermilch auf maximal 37 Grad erwärmt hat, ist sie verzehrfertig. Vorsichtshalber sollte sie zuvor aber umgerührt und die Temperatur nochmals geprüft werden. Ist die Milch zu heiß, darf und muss sie vorher erst wieder auf Körpertemperatur abkühlen, um das Baby nicht zu verbrühen.

Besonders geeignet für Muttermilcherwärmung unter fließendem Wasser sind sterilisierte Muttermilchbeutel aus dem Fachhandel. Diese müssen natürlich auslaufsicher und außerdem auch BPA-frei sein.

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Flaschenwärmer