Babyschwimmen – Im Babyschwimmkurs die Sinne ansprechen

Auch wenn Babyschwimmkurse eigentlich zum Alten Eisen zählen, entscheiden sich immer mehr junge Eltern für die Teilnahme an einem solchen Wasserkurs. Schwimmen lernen wird das Baby dabei zwar nicht, aber häufig ganz viel Spaß an der freien und nahezu schwerelosen Bewegungsmöglichkeit im Wasser haben. Obwohl es allgemein gut für den kleinen Körper und die Eltern-Kind-Bindung ist, gibt es jedoch auch Ausnahmesituationen, in denen aufs Babyschwimmen verzichtet werden sollte.

Mutter und Kind beim Babyschwimmen

Warum Babyschwimmen sinnvoll ist

Bevor es zum Babyschwimmen geht, hat das Baby bis dato mehr Zeit im Fruchtwasser seiner Mutter verbracht, als unter festem Boden. Entsprechend sind seine Sinne nach der Geburt nahezu vollständig ans Wasser gewöhnt, weshalb sie in der Regel auch problemlos ihre Augen unter Wasser aufhalten können. Entsprechend wohl fühlen sich die meisten Säuglinge auch beim Babyschwimmen.

Neben dem allgemeinen Wohlfühlfaktor im warmen Wasser, haben Babyschwimmkurse aber auch andere positive Effekte, die den Körper des Babys betreffen. So konnte in Studien nachgewiesen werden, dass sich die Wirbelsäulenform bei häufigem Wasseraufenthalt schneller entwickelt, als bei anderen Kindern. Allgemein werden durch die Bewegung beim Babyschwimmen im Wasser ,die motorischen Fähigkeiten, das Gleichgewichtssinn, wie auch die gesamte Muskulatur gestärkt.
Außerdem unterstützt das Babyschwimmen die Umstellung des reinen Nasen-Reflexatmens in die motorisch gesteuerte Atmung (tiefe Bauchatmung). Diese erlernt das Baby meist aber seiner achten Lebenswoche.

Da das Babyschwimmen auch die Elternbindung stärkt, sollte natürlich ein Kurs gewählt werden, an dem beide Elternteile regelmäßig teilnehmen können. Vielleicht bietet sich an, mit dem eventuell aus dem Geburtsvorbereitungskurs entstandenen Freundschaften, gemeinsam zum Babyschwimmen zu gehen. Andernfalls werden aber sicherlich auch im Wasser schnell neue Kontakte mit Gleichgesinnten geknüpft. Nicht zuletzt werden die neugierigen und kontaktfreudigen Babys im Babyschwimmkurs dafür sorgen.

Optimales Alter fürs Babyschwimmen

Viele Schwimmkurse werden für Babys bereits ab dem dritten Lebensmonat angeboten. In diesem Alter können die meisten Kinder ihr Köpfchen schon etwas stabiler halten. Außerdem sind sie nicht mehr so anfällig für Infekte.
Ein späterer Einstieg ist in der Regel aber auch problemlos möglich. Viele Kursanbieter bieten meist sogar mehrere Gruppen für verschiedene Altersklassen an. So kann sich das Baby mit gleichaltrigen anderen im Wasser bewegen und die Eltern mit anderen aus austauschen.
Dennoch ist es ratsam, sich frühzeitig für einen Wasserkurs anzumelden. Die Plätze sind oftmals begrenzt und sehr begehrt.

Vor der Teilnahme an einen Babyschwimmkurs eignet sich die heimische Badewanne natürlich hervorragend, um ein wenig zu üben und an das Element Wasser zu gewöhnen. Eine spezielle Babybadewanne wird dazu nicht zwingend benötigt, auch wenn sie besonders zu Beginn das Baden erleichtert.
Die optimale Wassertemperatur beträgt 36 Grad und ist mit einem Badethermometer zu kontrollieren. Das Kind sollte nur ganz langsam ins Badewasser gelassen und damit beträufelt werden. Um es an die meist vorliegende Beckentemperatur zu gewöhnen, kann die des Wassers langsam auf 33 Grad gesenkt werden.
Wichtig ist, das Baby dabei stets gut festzuhalten und absolut keine Sekunde alleine zu lassen. Außerdem ist darauf zu achten, dass es kein Wasser verschluckt.

Wann das Baby nicht zum Schwimmen darf

Sofern das Baby keine Immunschwäche oder Hautkrankheiten hat, erkältet (z. B. Husten oder Schnupfen) oder allgemein krank ist und auch nicht panisch aufs Wasser reagiert, spricht in der Regel nichts dagegen mit ihm Babyschwimmen zu gehen. Andernfalls oder bei sonstigen Bedenken, ist stets der Kinderarzt nach fachmännischen Rat zu fragen. Ebenfalls wird meist auch empfohlen, nach Impfungen 3-5 Tage auszusetzen.

Sollten sich Haut- oder sonstige Reaktionen auf das Chlor im Schwimmbecken zeigen, ist der Wasseraufenthalt umgehend zu beenden und das Baby gründlich abzuduschen. Die Chlorreaktion ist schnellstmöglich mit dem Kinderarzt zu klären.

Allgemein wird empfohlen, das Kind zu beginn nicht länger als zehn Minuten am Stück im Wasser zu lassen. Erst nach und nach sollte die Badezeit verlängert werden.Länger als 30 Minuten sollte der Wasseraufenthalt bei Babys unter einem Jahr aber nicht andauern.
Von Vorteil ist es natürlich, mit der Wassergewöhnung schon vorab zuhause in der Badewanne zu beginnen. Einzelne Kurse setzen dies sogar für die Teilnahme voraus.

Babyschwimmkurs oder alleine ins Schwimmbad?

Natürlich sind Eltern nicht zwingend an einen Babyschwimmkurs gebunden, sondern können auch alleine mit dem Baby ins Schwimmbad. Im Säuglingsalter ist jedoch darauf zu achten, dass die Wassertemperatur (mindestens 33 Grad) stimmt. Viele Hallenbäder haben spezielle Kinder- & Babybecken, deren Wasser speziell angepasst auf die Bedürfnisse der kleinen Gäste ist.
Auch die Lufttemperatur sollte stimmen und nicht zu kalt sein. Wichtig ist, dass Baby nach jedem Badegang gründlich abzutrocknen und warm in einem Bademantel oder Handtuch einzuwickeln.

Einen Babyschwimmkurs und deren vermittelte Inhalte ersetzt das eigenständige Schwimmengehen mit dem Baby jedoch nicht. Es ist eher als eine Ergänzung und nicht Alternative zu sehen. Insbesondere bei Geschwisterkindern bietet es sich an, auch mal unabhängig vom Babyschwimmen ins Hallenbad zu gehen.

Vorteile eines Babyschwimmkurses:

  • Wassergewöhnung mit nahezu Spaßgarantie für Eltern und Baby
  • Vermittlung wichtiger Haltetechniken und sicherer Griffe
  • professionelle Anleitung zur Stärkung von Herz-, Kreislauf- und Atemtätigkeit, sowie der Motorik
  • meistens allein im Bad nur unter Gleichgesinnten
  • i. d. R. optimale Wasserbedingungen (Temperatur, Chlorgehalt, etc.)

Kosten & Kostenübernahme fürs Babyschwimmen

Die Kursgebühren fürs Babyschwimmen sind nicht einheitlich festgelegt. Meist betragen sie rund zehn Euro pro Termin. Grundsätzlich werden die Kosten zwar nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, jedoch kann sich Nachfragen unter umständen lohnen. Vereinzelt erklären sich die Kassen dennoch (ganz oder zumindest anteilsmäßig) zu bereit, ohne dies speziell zu bewerben.

Wichtige Utensilien fürs Babyschwimmen

Auch wenn es fürs Babyschwimmen an sich nicht viel braucht, sollte vorm losfahren der Tascheninhalt kurz anhand einer kleinen Checkliste geprüft werden, um nachher nicht mitmachen zu können, weil beim letzten Mal vergessen wurde beispielsweise die Schwimmwindeln aufzufüllen.

  • 2 spezielle Schwimmwindeln (Aquawindeln)
  • 1 normale Windel (für danach)
  • Schwimmsachen & Badeschuhe für die Eltern
  • 2 Handtücher (oder 1 Handtuch zum abtrocknen & 1 Bademandel) fürs Kind, plus entsprechend für die Eltern
  • Fläschchen für den Hunger nach dem Schwimmen (sofern das Baby nicht gestillt wird)
  • etwas zum Trinken
  • Babycreme/Bodylotion (zum Eincremen nach dem Abduschen)
  • Mützchen bzw. Kopfbedeckung (für nach Verlassen der Schwimmhalle)

Viele Eltern nehmen zwar eine eigene Schwimmtasche zum Schwimmen mit. Sofern die Wickeltasche groß genug ist, kann natürlich auch darin alles nötige fürs Babyschwimmen untergebracht werden.

Da meist nur ein Elternteil mit dem Baby im Wasser ist, bietet es sich natürlich für den Partner vom Beckenrand an, das ein oder andere Foto bzw. Video zur Erinnerung an den Babyschwimmkurs zu machen. Ab und an sollte daher auch an die Kamera gedacht werden.
In manchen Kursen kommt gerne aber auch ein professioneller Babyfotograf, der sogar Tauchfotos – also Unterwasserbilder – vom Baby macht.

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