Zytomegalie in der Schwangerschaft

Eine Erkrankung an Zytomegalie verläuft meist völlig unkompliziert. Durch das Immunsystem der werdenden Mutter, ist sie auch in der Schwangerschaft üblicherweise keine große Gefahr für das Baby. Voraussetzung für diese Immunität sind jedoch Anti-Körper, die sich bei einem früheren Befall haben bilden können! Erkrankt die Schwangere während der Schwangerschaft dagegen erstmalig an Cytomegalie, kann der Virus aufs Ungeborene übergehen und u. a. Fehlbildungen verursachen.

Schwangere Frau wen Zytomegalie in Sorge ums Baby

Die umgangssprachlich auch Einschlusskörperchenkrankheit genannte Krankheit, wird durch den Zytomegalievirus hervorgerufen. Dabei handelt es sich um einen Virus der Herpes-Gruppe (CMV).

Zytomegalie ist weltweit sehr verbreitet. Mindestens jeder zweite Mensch ist im Laufe seines Lebens bereits einmal an dem Virus erkrankt. In Dritte-Welt-Länder wird sogar von einer hundertprozentigen Erkrankung ausgegangen.

Ansteckung und Übertragung des Zytomegalievirus

Die Ansteckung an dem Virus erfolgt durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Damit wird Cytomegalie u. a. über Blut, Speichel (z. B. beim Küssen), Sperma und Zervikalschleim (z. B. Geschlechtsverkehr) übertragen. Auch die Muttermilch ist ein möglicher Infektionsweg.

Statistisch gesehen, steckt sich eine von vier Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft mit der Einschlusskörperchenkrankheit an. Bei nur etwa zwei Prozent aller Schwangeren, handelt es sich um eine Erstinfektion. Durch die fehlenden Anti-Körper der Mutter, kann sich auch das ungeborene Baby im Mutterleib mit dem Zytomegalie-Virus anstecken. Tatsächlich infizieren sich aber nur ca. ein bis drei Prozent aller Neugeborenen bis zu ihrer Geburt.

Mögliche Folgen für das Baby

Bei nur rund einem halben Prozent aller infizierten Neugeboren, werden unmittelbar nach der Geburt Schädigungen festgestellt. Jedoch hat etwa eins von zehn Kindern im Laufe seiner Entwicklungsphase mit den Spätfolgen durch die Zytomegalie-Infektion im Mutterleib zu kämpfen.

Für die Zytomegalie typische Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen und Schädigungen beim Baby nach der Entbindung oder als mögliche Spätfolge sind:

  • niedriges Geburtsgewicht
  • vergrößerte Leber und Milz (Gelbsucht)
  • Verkalkungen im Gehirn (Enzephalitis)
  • Schädigungen der Sehnerven
  • Schädigungen des Gehörs
  • Fehlbildung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Fehlbildungen der Knochen
  • Fehlbildungen von Muskeln
  • Fehlbildungen am Magen-Darm-Trakt
  • Spastiken
  • Krampfanfälle
  • Verzögerung in der Entwicklung
  • geistige Behinderungen und Lernstörungen

Cytomegalie erkennen

Eine Erkrankung an Cytomegalie verläuft meist völlig unbemerkt. Nur in ca. zehn Prozent aller Fälle wird sie durch Krankheitssymptomen begleitet, die kaum von einem grippalen Effekt zu unterscheiden sind. Diese äußern sich u. a. durch:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Halzschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • ständige Müdigkeit

Um Zytomegalie sicher feststellen zu können, ist eine Laboruntersuchung des Blutes auf Anti-Körper notwendig. Der CMV Test ist nicht Bestandteil der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft. Seine Kosten sind von der Schwangeren selbst zu tragen und belaufen sich auf etwa 20 bis 40 Euro.

Viele Frauenärzte raten schon vor der Schwangerschaft zum CMV Anitkörpertest. Fällt sein Ergebnis negativ aus und sind demnach keine Antikörper vorhanden, wird seine Wiederholung während der Schwangerschaftszeit alle zehn Wochen empfohlen. Leider werden auch die Folgekosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Bei einem positiven Zytomegalie Test vor der Schwangerschaft ist auf eine vorherige Erkrankung an dem Virus zu schließen. Das körpereigene Immunsystem hat bereits Antikörper gebildet. Da in aller Regel nur die Erstinfektion eine Gefahr für das Ungeborene darstellet, wird meist kein Grund für weitere Bluttests gesehen.

Behandlung von Zytomegalie in der Schwangerschaft

Bei einer Ersterkrankung während der Schwangerschaft, bei dem zwar das Zytomegalievirus aber keine Antikörper festgestellt werden konnten, wird häufig eine passive Immunisierung mittels Immunglobulin empfohlen. Da die Untersuchungen dieses Medikaments derweilen noch nicht vollständig abgeschlossen sind, ist das CMV-Immunglobulin jedoch auch noch nicht explizit zugelassen. Auch konnte durch die Verabreichung bisher keine Infektion des Fötus, dafür aber Fehlbildungen und kindliche Schäden verhindert werden

Eine Impfung gegen Zytomegalie ist bisher nicht verfügbar. Der einzig wirksame Schutz gegen die möglichen Folgen für das Kind, ist eine CMV-Infektion vor der Schwangerschaft. Nur wenn sich die Antikörper zuvor haben bilden können, kann das körpereigene Immunsystem den Übergriff auf das Baby im Mutterleib verhindern.
Da die Zytomegalie-Erkrankung häufig bei Kleinkindern auftritt, sollte bei fehlender Immunität in der Schwangerschaft, der Kontakt zu Kindergruppen (z. B. Kindergarten) weitestgehend gemieden werden.

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